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Helicobacter – Giftschleuse für Krebsauslöser

29.10.2007
Unter den normalen bakteriellen Bewohnern des Magen- Darm- Traktes gibt es aggressive Vertreter, die in den Schleimhautzellen unseres Verdauungssystems Entzündungen und Krebs auslösen können. Neue Untersuchungen zeigen wie der weit verbreitete Magenkeim „Helicobacter pylori“ dies bewerkstelligt.

Aggressive Formen von Helicobacter pylori können Entzündungen in der Magenschleimhaut, Zwölffingerdarm- und Magengeschwüre, Magenkrebs und eine Form von Lymphkrebs im Magen (MALT-Lymphome) verursachen. Dabei gelingt es den Krankheitserregern in Zellen der Schleimhaut ein Tumor auslösendes Programm anzuwerfen. Wie sie dies schaffen, haben jetzt Forscher der Uni Magdeburg in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ beschrieben.

Auf der Oberfläche von Schleimhautzellen befinden sich Andockstellen für andere Zellen. Diese Andockstellen sind unter anderem wichtig für den natürlichen Zusammenhalt der Zellen im Gewebe. Andocken können aber nur Zellen, die über einen geeigneten Schlüssel verfügen. Einigen H. Pylori-Bakterien ist es gelungen, einen derartigen Schlüssel nachzubauen. Deshalb können diese Keime an die Schleimhautzellen binden. Gleichzeitig wird eine Pore in der Zellhülle der angegriffenen Zellen geöffnet. Hier können die Bakterien nun eine Substanz in die Körperzelle einspritzten, die das Tumorprogramm auslöst. Die Forscher sprechen von einem bislang einzigartigen Mechanismus in der Evolution.

Helicobacter kann im Zuge einer Magenspiegelung durch den Urease-Schnelltest oder durch einen Atemtest nachgewiesen werden. Bei Ulkus-Krankheit des Magens und Zwölffingerdarmes oder familiärem Magenkrebs und bestimmten anderen Erkrankungen ist der Nutzen einer Eradikations-Therapie gut begründet. Die Bakterien werden dann mit einer Kombination aus Antibiotika und einem säurereduzierenden Medikament abgetötet. Da eine Helicobacter-Besiedelung aber für viele Menschen harmlos verläuft, muss der Facharzt in jedem Fall individuell entscheiden, wann eine solche Therapie angemessen ist.

Die Mitglieder des Berufsverbandes engagieren sich mit zahlreichen Projekten zur Versorgungsforschung für die Verbesserung der Behandlungsqualität der Patienten. Es gibt umfangreiche Datenerhebungen zu Darmkrebs, Hepatitis und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Gerne beantworten wir bei Bedarf Fragen für Ihre Berichterstattung.

Kontakt: Dr. Holger Böhm, Tel.: 0231/92527-905, bng@skriptstudio.de

Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V.
Insel 3, 89231 Neu-Ulm, Telefon: 0700 26426426, Fax:0731 7054711
eMail: kontakt@bng-gastro.de, Internet: www.bng-gastro.de

Dr. Holger Böhm | bng-gastro
Weitere Informationen:
http://www.bng-gastro.de

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