Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einfacher Augenscan ermöglicht Früherkennung von Multipler Sklerose

17.10.2007
Patienten profitieren von frühzeitiger Diagnose

Ein Forscherteam des John Hopkins Multiple Sclerosis (MS) Center hat ein neuartiges Verfahren zur Diagnose von MS entwickelt. Mittels eines optischen Kohärenztomographen untersuchen die Forscher den Zustand der Nervenzellen in der Netzhaut des Auges. Der einfache, schnell durchführbare Test soll vor allem die Erkennung der schweren Nervenkrankheit in einem frühen Stadium ermöglichen.

"Eine Diagnose von Multipler Sklerose ist in der Regel erst nach einer Reihe von Untersuchungen möglich", erklärt Astrid Gerstl, Mitarbeiterin der Multiple Sklerose Gesellschaft Wien gegenüber pressetext. "Vielfach wollen die betroffenen Patienten auch gar keinen endgültigen Befund, weil sie wissen, welche belastenden Auswirkungen eine MS-Diagnose für ihr weiteres Leben haben würde", meint Gerstl. Etwa 8.000 Menschen seien in Österreich an MS erkrankt und jährlich kämen an die 350 neue Fälle hinzu.

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die besonders in Mitteleuropa sehr verbreitet ist. In den Gehirnen der betroffenen Menschen sterben nach und nach die Nervenzellen ab. Der Verfallsprozess konnte dabei bisher nur durch aufwendige Verfahren wie zum Beispiel eine Computertomographie dokumentiert werden.

... mehr zu:
»Multiple Sklerose »Sklerose

Einem Team um den Neurologen Peter Calabresi am John Hopkins Multiple Sclerosis Center in Baltimore ist es nun gelungen, ein simples Diagnoseverfahren zu finden, das weit weniger aufwendig ist. Mit einem optischen Kohärenztomographen wird der Zustand der Nervenzellen in der Netzhaut (Retina) untersucht. Über Vergleiche der Ergebnisse von gesunden Personen konnten die Wissenschaftler so feststellen, wie stark die Nervenschäden bei 40 MS-Patienten waren. Laut den Wissenschaftlern des John Hopkins MS Center sei das präsentierte Verfahren wesentlich präziser und zudem zehnmal kostengünstiger als bisherige Methoden. Vor allem ließe sich eine Erkrankung an Multipler Sklerose mit diesem Testverfahren bereits in einem relativ frühen Stadium erkennen, wo eine medikamentöse Therapie den größten Nutzen hat.

Um das Thema MS stärker in der öffentlichen Diskussion zu verankern, veranstaltet die Multiple Sklerose Gesellschaft Wien dieses Jahr am 20. Oktober den "Ersten Wiener MS-Tag". "Aufgabe der MS-Gesellschaft ist es vor allem, sich um jene Belange zu kümmern, die abseits des medizinischen Bereichs für Multiple-Sklerose-Patienten hilfreich sein können", erläutert Gerstl die zentrale Zielsetzung der Gesellschaft.

Markus Steiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hopkinsneuro.org/ms
http://www.ms-ges.or.at

Weitere Berichte zu: Multiple Sklerose Sklerose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften