Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Verfahren rettet Augenlicht bei Hornhautvorwölbung

17.10.2007
An der Augenklinik des Jenaer Universitätsklinimums eingeführte Behandlungsmethode stoppt Sehverlust bei Keratokonus

Keratokonus - Hornhautvorwölbung - ist weltweit die häufigste Ursache für die Transplantation einer Augenhornhaut. Die angeborene, beidseitig auftretende und bisher nicht heilbare Augenerkrankung führt zu einem immer stärker ausgeprägten Stabilitätsverlust der Augenhornhaut und damit zu einem unaufhaltsamen Sehverlust bis zur Erblindung. In frühen Stadien kommen spezielle harte Kontaktlinsen zum Einsatz, doch als letzter Ausweg blieb bisher nur die Chance auf eine Hornhauttransplantation.

Ein neu an der Augenklinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ) eingeführtes Behandlungsverfahren bietet Betroffenen jetzt erstmals die Chance auf eine wirksame Therapie der bisher unheilbaren Erkrankung: Mit Hilfe einer Kombination aus speziellen Augentropfen und einer Lichtbehandlung kann die erkrankte Hornhaut vernetzt und damit stabilisiert werden. "Dadurch wird der Prozess der Hornhautvorwölbung gestoppt und das Sehvermögen der Patienten bleibt erhalten", erläutert Prof. Dr. Jürgen Strobel, Direktor der Augenklinik am UKJ. "Das ist ein echter Durchbruch, denn wir können endlich das Voranschreiten der Erkrankung aufhalten", so Strobel weiter. "Hornhauttransplantationen bei Keratokonus werden so zukünftig überflüssig". An der Erkrankung leiden in Deutschland schätzungsweise 40.000 Menschen, Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Das bisher nur in wenigen Zentren deutschlandweit eingesetzte innovative Verfahren ist zudem wenig aufwändig für die Patienten. "Die Behandlung erfolgt ambulant und in nur einer Sitzung", beschreibt Oberarzt Dr. Jens Dawczynski die Anwendung. Dabei wird hochkonzentriertes Vitamin B2 in Form von Augentropfen verabreicht, und dann das Auge für 30 Minuten einem bestimmten UV-Licht ausgesetzt. "Die dabei einsetzende chemische Reaktion bewirkt eine Vernetzung innerhalb des Hornhautgrundgerüstes und damit eine Versteifung der instabilen Hornhaut", so Augenarzt Dawczynski. Der Verlust der Sehkraft wird damit zum Stillstand gebracht, das Augenlicht der Patienten ist gerettet. "Wir gehen davon aus, dass in der Regel keine Wiederholungen der Behandlung notwendig sind", sagt Dr. Dawczynski.

Das moderne Verfahren wird noch nicht von den Kassen übernommen, weshalb es in Deutschland bisher nur als Privatleistung mit von den Patienten zu tragenden Kosten zwischen 500 und 1200 Euro angeboten werden kann. In Jena besteht aber auch die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen einer Studie die Therapie ohne Kostenaufwand zu erhalten. Über diese Möglichkeiten können sich Patienten unter Tel. 03641/933270 oder per E-Mail an: crosslinking@med.uni-jena.de informieren.

Ansprechpartner:
Oberarzt Dr. Jens Dawczynski
Augenklinik, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/933270
E-Mail: Jens.Dawczynski[at]med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Hornhautvorwölbung Keratokonus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie