Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umgang mit dem Gewebegesetz

12.10.2007
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) schafft Grundlage für den Umgang mit dem Gewebegesetz: Leitfaden zur Guten Fachlichen Praxis (GFP) liegt vor

Wie gehen Chirurgen im Alltag mit dem neuen Gewebegesetz um, was müssen sie beachten, woran können sie sich orientieren? Mit einem Leitfaden schafft die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) jetzt Grundlagen für die Gute Fachliche Praxis (GFP). Damit erhalten Kliniken eine Orientierung für den Umgang mit dem am 1. August 2007 in Kraft getretenen "Gesetz über Qualität und Sicherheit von menschlichen Geweben und Zellen" (Gewebegesetz).

Das neue Gewebegesetz stellt insbesondere Kliniken vor große Herausforderungen. Denn es sieht umfangreiche regulatorische Vorgaben für die Entnahme, Be- und Verarbeitung sowie die Nutzung von menschlichen Geweben und deren Zubereitungen vor. Dies gilt immer dann, wenn sie als Arzneimittel am oder im menschlichen Körper zur Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden verwendet werden.

In der Unfallchirurgie und Orthopädie sind hiervon vor allem Gewebebanken betroffen, die in Kliniken Spenderknochen entnehmen. Dazu gehört beispielsweise Knochenmaterial aus Hüftköpfen, die bei der Implantation künstlicher Hüftgelenke entfernt werden. Nach entsprechender Aufbereitung und mit Einwilligung des Spenders dienen sie dazu, auf andere Patienten mit schweren knöchernen Substanzdefekten nach Unfällen oder Tumorresektionen übertragen zu werden.

... mehr zu:
»Chirurgie »DGCH »Gewebegesetz

Hintergrund des Deutschen Gewebegesetzes ist einer Richtlinie des Europäischen Parlaments - die so genannten Geweberichtlinie. Diese legt für Mitgliedstaaten der Europäischen Union einheitliche Qualitätsstandards für die Therapie mit menschlichen Geweben oder Zellen fest. Nach dem Willen des Gesetzgebers in Deutschland soll die Entnahme unter den Bedingungen der so genannten Guten Fachlichen Praxis (GFP) erfolgen.

Für die DGCH hat deshalb die Arbeitsgemeinschaft "Geweberegeneration und Gewebeersatz" ihrer Mitgliedsgesellschaften - der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) - einen Handlungsleitfaden verfasst. Unter fachlicher Beratung u.a. auch des Bundesministeriums für Gesundheit und der Vertretung der zuständigen Landesbehörden ist ein Leitfaden entstanden, der die Gute Fachliche Praxis auf der Grundlage von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien und Empfehlungen zunächst für die Gewebegewinnung und damit für Entnahmeeinrichtungen festlegt.

Nach Aussage des Generalsekretärs der DGCH, Professor Dr. med. Hartwig Bauer, Berlin, berücksichtigt der Leitfaden dabei das unterschiedliche Risikopotential, das nach dem derzeitigen Stand von medizinischer Wissenschaft und Technik mit der Gewinnung verschiedener Gewebe für Spender und Empfänger verbunden ist. "Der Leitfaden geht auf spezielle bauliche, räumliche, personelle, organisatorische und technische Voraussetzungen ein. Er beschreibt die allgemeinen und besonderen Bedingungen für die autologe (Eigen-) und allogene Spende (Fremdspende) sowie für die Entnahme von Gewebe bei lebenden und verstorbenen Spendern", erläutert Professor Bauer. Damit entsteht für Spender und Empfänger größtmögliche Sicherheit und Nutzen. Bauer geht davon aus, dass der Leitfaden zu einem wichtigen Ratgeber für Kliniken werden wird.

Der Leitfaden der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie zur Guten Fachlichen Praxis (GFP) für die Entnahme von menschlichen Geweben und Zellen zur Herstellung eines Arzneimittels steht kostenfrei als Download auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (http://www.dgch.de) zur Verfügung.

Kontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 89 31 552
Fax: 0711 89 31 167
E-Mail: info@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.dgch.de

Weitere Berichte zu: Chirurgie DGCH Gewebegesetz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Europäisches Forschungsteam trickst Ebolavirus aus
16.01.2018 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Im Focus: Extrem helle und schnelle Lichtemission

Eine in den vergangenen Jahren intensiv untersuchte Art von Quantenpunkten kann Licht in allen Farben wiedergeben und ist sehr hell. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Wissenschaftlern der ETH Zürich hat nun herausgefunden, warum dem so ist. Die Quantenpunkte könnten dereinst in Leuchtdioden zum Einsatz kommen.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern der ETH Zürich, von IBM Research Zurich, der Empa und von vier amerikanischen Forschungseinrichtungen hat die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

Wie sieht die Bioökonomie der Zukunft aus?

10.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europäisches Forschungsteam trickst Ebolavirus aus

16.01.2018 | Medizin Gesundheit

Material löst sich dynamisch statt kontinuierlich

16.01.2018 | Geowissenschaften

Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur

16.01.2018 | Wirtschaft Finanzen