Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Würzburger Forscher ergründen Architektur des Zellkerns

18.10.2000


... mehr zu:
»DFG »Zelle »Zellkern
Der Zellkern spielt als genetisches Steuerzentrum die entscheidende Rolle bei allen zellulären Wachstums- und Entwicklungsprozessen. Doch trotz dieser wichtigen Funktion birgt er noch viele Geheimnisse. Im Rahmen
eines bundesweiten Forschungsprogramms, das von der Universität Würzburg aus koordiniert wird, wollen Wissenschaftler ihre Kenntnisse über den Zellkern erweitern.

Noch weitgehend unverstanden ist bisher, welche Faktoren die Anordnung der Erbguts im Zellkern bestimmen und wie die einzelnen Teilschritte der Genexpression räumlich organisiert und in die Kernstruktur integriert sind. Hinter dem Ausdruck "Genexpression" verbirgt sich ein komplizierter Vorgang, bei dem zunächst Arbeitskopien der Erbinformation in Form von Vorstufen hergestellt werden. Diese werden dann zurechtgeschnitten, chemisch modifiziert und schließlich als fertige mRNA-Moleküle durch die Kernporen hindurch vom Zellkern in das Cytoplasma der Zelle ausgeschleust, wo sie die Proteinbiosynthese steuern.

"Neue methodische Entwicklungen, vor allem auf dem Gebiet der konfokalen Laser-Scanning-Mikroskopie, erlauben es jedoch seit kurzem, in der lebenden Zelle die räumliche Anordnung von Genen in verschiedenen Aktivitätszuständen zu analysieren und den Weg der Genprodukte bis hin zum Export durch die Kernporen zu verfolgen." Das sagt Prof. Dr. Ulrich Scheer, Inhaber des Würzburger Lehrstuhls für Zell- und Entwicklungsbiologie und Koordinator des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Schwerpunktprogramms "Funktionelle Architektur des Zellkerns". Daher habe die DFG jetzt eine verstärkte Förderung des Schwerpunktprogramms beschlossen; die Zahl der geförderten Projekte steigt von 19 auf 23.

Allein vier Projekte sind im Biozentrum der Universität Würzburg angesiedelt: "Kernexport von Proteinen mit Leucin-reichen nuklearen Exportsignalen in vivo und in vitro" (Prof. Dr. Marie-Christine Dabauvalle), "Architektur der Kernperipherie meiotischer Zellen" (Prof. Dr. Ricardo Benavente), "Funktionelle Organisation und Bildung des Nukleolus" (Prof. Dr. Ulrich Scheer) und "In vivo Interaktionen von Proteinen der Kernhülle" (Prof. Dr. Georg Krohne).

Das Schwerpunktprogramm zielt darauf ab, verschiedene Arbeitsgruppen innerhalb Deutschlands aus den Bereichen Zell- und Molekularbiologie, Medizin und Biophysik zusammenzuführen. Mit diesem multidisziplinären Ansatz sollen neue Einblicke in die dynamischen Zusammenhänge zwischen der Architektur des Zellkerns und den Funktionen des Erbguts gewonnen werden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Ulrich Scheer, T (0931) 888-4251, Fax (0931) 888-4252, E-Mail: scheer@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: DFG Zelle Zellkern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden «Krebssignatur» in Proteinen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt

05.12.2016 | Geowissenschaften

Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen

05.12.2016 | Ökologie Umwelt- Naturschutz