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Patienteninformationen und Einwilligungserklärungen erstellen: Elektronischer Assistent der TMF jetzt verfügbar

05.10.2007
Wer selbst einmal eine Patienteninformation und Einwilligungserklärung für ein klinisches Forschungsprojekt erstellt hat, weiß wie aufwändig die Anfertigung dieser sensiblen und wichtigen Dokumente ist.

Die TMF hat nun einen elektronischen Assistenten online zur Verfügung gestellt, der strukturiert durch die Erstellung der Dokumente führt, Musterformulierungen vorschlägt und punktgenau alle notwendigen Informationen wie gesetzliche Grundlagen oder Stellungnahmen von Ethik-Kommissionen bereit stellt: http://www.tmf-ev.de/pew.

Hinter der knappen Bezeichnung "informed consent" versteckt sich eine Anforderung an die klinische Forschung, die sowohl in ihrer Bedeutung als auch hinsichtlich des damit verbundenen Aufwands oft unterschätzt wird. Die regulatorischen Vorgaben zur informierten Einwilligung umfassen ethische, datenschutz- und arzneimittelrechtliche sowie medizinische Aspekte, die ein Forscher heute kaum noch umfassend überblicken kann. Bei größeren Forschungsvorhaben kann erschwerend hinzukommen, dass Vorgaben mehrerer Ethik-Kommissionen zu berücksichtigen sind.

Um einschätzen zu können, welche Bedeutung dem Verfassen einer Patienteninformation und Einwilligungserklärung zukommt, sind zwei Aspekte zu berücksichtigen. Einerseits ist ein ethisch und rechtlich einwandfreier "informed consent" ein zentraler Baustein für eine rechtssichere Erhebung und Nutzung von Daten oder auch Biomaterialien. Vor dem Hintergrund der Kosten, die mit klinischer Forschung zumeist verbunden sind, ist dies auch ein wichtiger Beitrag zur Investitionssicherheit. Andererseits ist die Patienteninformation und Einwilligungserklärung auch eine Art Visitenkarte eines Forschungsprojektes, dessen Bedeutung gerade für Patienten nicht unterschätzt werden sollte.

Software-Wizard der TMF gibt praktische Hilfestellung

In einem Projekt der TMF ist daher ein umfassendes Referenzwerk samt Checkliste zum Thema der Patienteneinwilligung erstellt und 2006 in der TMF-Schriftenreihe veröffentlicht worden. Praktiker wünschten sich jedoch häufig eine elektronische Verfügbarkeit der Musterformulierungen, so dass die TMF die Checkliste grundlegend für eine elektronische Veröffentlichung hat überarbeiten lassen und zusammen mit einem softwarebasierten Assistenten online verfügbar gemacht hat.

Das Angebot erlaubt nicht nur die direkte Übernahme und Weiterverarbeitung von Musterformulierungen, sondern auch eine strukturierte Abarbeitung der Checkliste und eine effiziente Recherche innerhalb der gesamten Informationssammlung zum Thema Patienteninformation und Einwilligungserklärung. Dabei können vorläufige Versionen der zu erstellenden Dokumente gespeichert und beim nächsten Besuch des Wizards erneut importiert und weiterverwendet werden. Der Assistent kann darüber hinaus Aspekte hervorheben, die besonders relevant sind, wenn entweder Kinder in Studien eingeschlossen werden sollen oder aber erwachsene Patienten, die beispielsweise aufgrund eines Unfalls oder einer Demenzerkrankung ihre Einwilligung nicht selbst geben können. Dies gilt auch für die Spezifika, die zu beachten sind, wenn in der Studie Biomaterialien gewonnen und gesammelt werden sollen.

Die aus dem Assistenten übernommenen Formulierungen sind immer an die konkreten Gegebenheiten eines Forschungsprojekts anzupassen und von jedem Nutzer auf Anwendbarkeit, Aktualität und Korrektheit zu überprüfen. Auch wenn der Assistent keine fertigen Patienteninformationen und Einwilligungserklärungen erstellt, ist die Erarbeitung dieser Dokumente mit seiner Hilfe doch wesentlich einfacher, schneller und sicherer als bisher.

Hintergrund: Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF)

In der Dachorganisation TMF (http://www.tmf-ev.de) haben sich Netzwerke und vernetzt arbeitende Einrichtungen der medizinischen Forschung zusammengeschlossen, um gemeinsame Strategien und Lösungen zu übergreifenden Fragestellungen der vernetzten medizinischen Forschung - besonders im Bereich der Telematik - zu entwickeln. Die TMF nutzt die thematische und fachliche Vielfalt in den Forschungsverbünden, um eine breite inhaltliche Abstimmung ihrer Ergebnisse in der medizinischen und medizininformatisch-biometrischen Fachwelt zu erreichen.

Ansprechpartner für die Medien:

Antje Schütt
Telefon: 030 - 310 119 56
E-Mail: antje.schuett@tmf-ev.de
Dagmar Baust
Telefon: 030 - 310 119 13
E-Mail: dagmar.baust@tmf-ev.de

Antje Schütt | idw
Weitere Informationen:
http://www.tmf-ev.de/pew
http://www.tmf-ev.de
http://www.tmf-ev.de/site/DE/int/Verein/Schriftenreihe/c_Schriftenreihe.php

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