Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hinweis auf Zusammenhang zwischen Babyschwimmen und Infektionen

26.09.2007
Wissenschaftler des GSF - Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit (Helmholtz-Gemeinschaft) konnten einen Zusammenhang zwischen dem Besuch von Schwimmbädern im ersten Lebensjahr und einem erhöhten Auftreten von Infektionen zeigen.

Speziell sind hier Durchfallerkrankungen und Mittelohrentzündungen während des ersten Lebensjahres zu nennen. Ein Zusammenhang mit häufigeren atopischen Erkrankungen während der ersten sechs Lebensjahre ergab sich nicht.

"Damit zeigt die Untersuchung, dass Babyschwimmen speziell in Hinblick auf Infektionen möglicherweise nicht so harmlos ist wie bislang angenommen wurde", betont Dr. Joachim Heinrich. Er leitet die Arbeitsgruppe Umweltepidemiologie am GSF-Institut für Epidemiologie.

Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann, Direktor des GSF-Instituts für Epidemiologie, ergänzt: "Dies ist ein erster Hinweis. Es bedarf jedoch weiterer Belege, um daraus Schlüsse ziehen zu können, ob die Wasserqualität in deutschen Schwimmbädern ausreichend vor frühkindlichen Infektionen, insbesondere vor Magen-Darm-Infektionen, schützt".

Im Rahmen der LISA-Studie, einer ab der Geburt geführten Kohortenstudie, wurden 2191 Kinder von 2003 bis 2005 untersucht. Die Daten über den Besuch von Schwimmbädern in jungen Jahren wurden dabei rückblickend erhoben, während weitere Informationen über die Lebensgewohnheiten und die Krankengeschichte der Kinder durch Befragungen gewonnen wurden.

Jene Babys, die nicht am Babyschwimmen teilgenommen hatten, wiesen im ersten Lebensjahr eine deutlich geringere Infektionsrate auf, speziell bei Mittelohrentzündungen und Durchfallerkrankungen*. Es konnte kein eindeutiger Zusammenhang zwischen frühkindlichem oder häufigem Schwimmbadbesuch und atopischen Erkrankungen bis zum Alter von sechs Jahren hergestellt werden. Allerdings fehlt bis dato eine ausreichend umfangreiche Kontrollgruppe von Kindern, die während der ersten sechs Lebensjahre keine Schwimmbäder besucht hatten.

Weitere Informationen

*Statistische Daten: Durchfall: OR 0.68 CI 95% 0.54-0.85; Mittelohrentzündung: OR 0.81, CI 95% 0.62-1.05; Atemwegserkrankungen: OR 0.85 CI 95% 0.67-1.09; OR: Odds Ratio; CI: Confidence Interval.

Veröffentlichung: Yvonne Schoefer, Anne Zutavern, Inken Brockow, Torsten Schäfer, Ursula Krämer, Beate Schaaf, Olf Herbarth, Andrea von Berg, H.-Erich Wichmann, Joachim Heinrich (für die LISA-Studiengruppe): "Health risks of early swimming pool attendance". International Journal of Hygiene and Environmental Health (2007) in press, online.

Kontakt zur GSF- Pressestelle:
GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Kommunikation
Tel: 089/3187-2460
Fax 089/3187-3324
E-Mail: oea@gsf.de

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de/neu/Aktuelles/Presse/2007/babyschwimmen.php

Weitere Berichte zu: Babyschwimmen Mittelohrentzündung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie