Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Implantate sind nicht die besseren Zähne

24.09.2007
Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Parodontitis, einer häufigen Ursache für Zahnverlust. Doch auch Implantate sind durch Zahnbettentzündungen und Knochenabbau in Gefahr.

Daher steht die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie unter dem Motto "Der gelockerte Zahn - das gefährdete Implantat". Vom 27. bis 29. September diskutieren Zahnärzte im ehemaligen Bundestag über Prävention und aktuelle Therapieverfahren für den Zahn- und Implantaterhalt. Die Organisatoren rechnen mit etwa 1.000 Teilnehmern.

Auslöser für eine Parodontitis sind bakterielle Zahnbeläge, die zunächst zu einer Zahnfleischentzündung führen. Diese Entzündung kann sich jedoch auf den Zahnhalteapparat und den Kieferknochen ausdehnen. Laut der vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie hat die Verbreitung der Parodontitis deutlich zugenommen.

Jeder fünfte deutsche Erwachsene hat eine so weit fortgeschrittene Parodontitis, dass der Erhalt der Zähne gefährdet ist. Als Konsequenz ist jeder dritte Deutsche im Alter von 64 bis 75 Jahren in mindestens einem Kiefer völlig zahnlos. "Dies ist für ein fortschrittliches und hoch zivilisiertes Land nicht akzeptabel und bedeutet, dass die Rahmenbedingungen für die Parodontitisforschung sowie für die Patientenversorgung deutlich verbessert werden müssen", sagt Kongresspräsident Professor Dr. Dr. Søren Jepsen, Direktor der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde des Universitätsklinikums Bonn

... mehr zu:
»Implantat »Parodontitis »Zähne

Von Parodontitis betroffene Zähne werden heutzutage immer häufiger durch künstliche Zahnwurzeln (Implantate) ersetzt, die in den Kieferknochen eingebracht werden und auf denen Zahnersatz verankert wird. Allein die Anzahl der im vergangenen Jahr in Deutschland gesetzten Implantate wird auf mehrere Hundertausend geschätzt, und die jährliche Zuwachsrate soll bei 15 bis 20 Prozent liegen. "Es wird häufig vergessen, dass eine Parodontitis in den meisten Fällen sehr erfolgreich behandelt werden kann", betont Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf, der amtierende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie. "Unterbleibt diese Behandlung und werden stattdessen Implantate eingesetzt, können auch diese langfristig durch eine Knochenentzündung gefährdet sein. Das Implantat ist zwar eine sehr wertvolle Ergänzung unserer Therapiemöglichkeiten, aber keinesfalls die stets pflegeleichtere oder robustere Alternative zu einem natürlichen Zahn."

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Dr. Søren Jepsen
Direktor der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-22480
E-Mail: jepsen@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgparo.de/

Weitere Berichte zu: Implantat Parodontitis Zähne

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

nachricht Neue Risikofaktoren für Angsterkrankungen
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften