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Internationale Diabetes-Föderation (IDF) empfiehlt Diabetikern strengere Kontrolle des Blutzuckerspiegels nach Mahlzeiten

19.09.2007
IDF präsentiert neuen Leitfaden für Glukosemanagement nach Mahlzeiten
Die IDF veröffentlichte heute ihren neuen weltweiten Leitfaden zur Behandlung von Diabetes, der auch auf das Glukosemanagement nach Mahlzeiten eingeht.(1) In diesem Leitfaden wird betont, dass Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten genau beobachten sollten, um die Diabeteskontrolle zu optimieren und das Risiko eventueller Komplikationen, v.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu

minimieren.(2) Dieser neue Ansatz hilft Medizinern und Organisationen bei der Entwicklung wirksamer Strategien für das Diabetesmanagement.

Der neue evidenzbasierte weltweite Leitfaden wurde im Rahmen des Kongresses der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Amsterdam präsentiert.

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Der neue Leitfaden enthält eine Reihe von Empfehlungen zur Optimierung der Diabetesbehandlung. Behandelt werden Themen wie Hyperglykämie nach Mahlzeiten, Behandlungsstrategien und Diäten, Selbstüberwachung des Blutzuckers (Self Monitoring of Blood Glucose - SMBG) sowie nichtpharmakologische und pharmakologische Therapien.

"Diabetes ist heute anerkanntermassen eine der grössten Epidemien in der Geschichte der Menschheit und eine der häufigsten Todesursachen. Die Krankheit ist für 3,8 Mio. Todesfälle pro Jahr verantwortlich, viele davon in Zusammenhang mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Der neue Leitfaden betont, wie wichtig es für Diabetiker und ihre Gesundheitsdienstleister ist, sämtliche zur Verfügung stehenden Massnahmen für einen optimalen Umgang mit dieser Krankheit zu ergreifen", so Prof. Stephen Colagiuri, Vorsitzender der IDF-Arbeitsgruppe für klinische Richtlinien.

Bis vor kurzem war eine Senkung des Nüchternglukosewertes bzw.
Blutzuckerspiegels vor den Mahlzeiten eine der Hauptempfehlungen für gutes Diabetesmanagement; neueste Studien deuten jedoch auf einen Zusammenhang zwischen Blutzuckermessung nach den Mahlzeiten und besseren Ergebnissen bei Diabetikern hin. Die derzeitigen weltweiten Richtlinien sehen kein Management des Blutzuckers nach Mahlzeiten vor.

Bei Personen mit normaler Glukosetoleranz wird der Blutzuckerspiegel automatisch vom Körper überwacht und reguliert. Nach den Mahlzeiten schüttet der Körper ausreichend Insulin aus, um die Plasmaglukose im normalen Bereich zu halten - diese übersteigt nur selten 7,8 mmol/l (140 mg/dl) und fällt in der Regel innerhalb von 2-3 Stunden wieder auf die Werte vor den Mahlzeiten ab.

Bei Personen mit gestörter Glukosetoleranz oder Diabetes kann der Körper den Blutzuckerspiegel kaum oder gar nicht automatisch regulieren. Nach dem Essen weisen diese Personen oft übermässig lange einen erhöhten Blutzuckerspiegel auf. Dies lässt sich auf eine Reihe von Faktoren zurückführen, u.a. auf eine unzureichende Insulinausschüttung, verminderte Sensitivität gegenüber der Insulinwirkung, Unfähigkeit, die Glukosefreisetzung aus der Leber zu unterdrücken sowie auf einen Mangel an anderen mit der Verdauung in Zusammenhang stehenden Hormonen.

Der neue IDF-Leitfaden empfiehlt Diabetikern, ihren Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten für 2 Stunden auf unter 7,8 mmol/l (140 mg/dl) zu halten, ein Zeitrahmen, der den Empfehlungen der meisten führenden Diabetes- und medizinischen Organisationen entspricht.

Die IDF spricht sich für SMBG aus, da dies die praktischste Methode zur Glukosemessung nach Mahlzeiten ist und Diabetikern "Echtzeit"-Informationen über ihren Blutzuckerspiegel liefert. Diese Informationen machen es Diabetikern und ihren Gesundheitsdienstleistern möglich, ihre Behandlung rechtzeitig anzupassen, um ihren Blutzuckerspiegel innerhalb des Zielbereichs zu halten.

"Die IDF empfiehlt Diabetikern, körperliche Betätigung, gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle in ihren täglichen Behandlungsplan aufzunehmen", so Prof. Antonio Ceriello, Vorsitzender der Arbeitsgruppe für die Erarbeitung von Leitfäden. "Dies sind weiterhin die Eckpunkte eines effizienten Diabetes-Managements; sie senken nicht nur den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten, sondern wirken sich auch positiv auf Blutdruck und Cholesterinspiegel aus". Der Leitfaden enthält überdies Informationen über eine Reihe von Medikationen, die speziell auf den Glukosespiegel nach Mahlzeiten abzielen.

Redaktionelle Hinweise

Die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) ist eine Dachorganisation mit mehr als 200 Mitgliedsverbänden in über 160 Ländern und tritt als Fürsprecher der weltweit 250 Mio. Diabetiker, ihrer Familien und Gesundheitsdienstleister auf. Erklärtes Ziel der IDF ist es, die Behandlung, Vorbeugung und Heilung von Diabetes weltweit voranzutreiben. Die IDF ist eine NGO, die offizielle Beziehungen zur Weltgesundheitsorganisation unterhält und der Hauptabteilung für Presse und Information der Vereinten Nationen nahesteht. Weitere Informationen zur IDF sind unter http://www.idf.org zu finden.

Literaturhinweise:

(1) Guideline for Management of Postmeal Glucose, International Diabetes Federation, 2007

(2) Ceriello A, Postprandial Hyperglycemia and Diabetes
Complications: Is it Time to Treat? Diabetes 2005; 54(1):1-7

Anne Pierson | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.idf.org

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