Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Armforum fand internationalen Zuspruch

18.09.2007
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg präsentierte aktuellsten Stand der Armprothetik

Aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus dem deutschsprachigen Ausland waren am Samstag, dem 15. September, Patienten und Experten zum Forum Armprothetik der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg geströmt, um sich anhand von Vorträgen und Exponaten einen Überblick über den aktuellsten Stand auf dem Gebiet der Armprothetik, Verbesserungen der Passform, des Komforts, der Funktion und der Kosmetik zu verschaffen.

Fachkräfte der Klinik führten zahllose Beratungsgespräche und beantworteten Fragen, viele Patienten nahmen den kostenlosen Prothesencheck in Anspruch, und auch untereinander herrschte ein reger Erfahrungsaustausch. Die Kinderbetreuung mit Spiel und Unterhaltung war bei den Kleinen ein Renner, und zwischendurch musste sogar noch Essen nachgekauft werden, da mit rund 130 Besuchern mehr als doppelt so viele wie erwartet gekommen waren.

Die Orthopädische Werkstatt an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg ist 1919 gegründet worden und arbeitet seit Jahrzehnten eng mit Ärzte und Physiotherapeuten zusammen. Sie ist bei nahezu allen Neuentwicklungen im Armprothesenbereich in Europa beteiligt. In jüngster Zeit begeistert die Fluid-Hand die Fachwelt, eine Entwicklung des Forschungszentrums Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Abteilung Armprothetik. Auf dem Armforum wurde ein Exponat der sich noch im Prototypenstadium befindlichen Fluid-Hand gezeigt und erregte auch allgemeines Aufsehen.

... mehr zu:
»Armprothetik

Große Aufmerksamkeit fanden die Neuentwicklungen vor allem im Bereich der Schafttechnik und der Funktion bei myoelektrischen Armprothesen. Die Verwendung von Silicon erlaubt wesentliche Verbesserungen des Tragekomforts, der Anziehtechnik und der kosmetischen Gestaltung. So muss heute eine myoelektrische Prothese nicht mehr erhebliche Nachteile bei der ästhetischen Gestaltung aufweisen. Oft sind gut gefertigte myoelektrische Prothesen optisch von reinen Kosmetikprothesen kaum noch zu unterscheiden.

Akkus bieten heute eine fünfmal höhere Leistung gegenüber dem Stand von vor vier Jahren, bei gleichzeitig kleineren Abmessungen und der Möglichkeit, diese in die Prothese unsichtbar zu integrieren. Semiflexible Materialien erlauben die Herstellung von Prothesenschäften, die sich dem Stumpf besser anpassen und sich viel natürlicher anfühlen. Nicht nur, aber auch bei der Versorgung von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen haben diese Fortschritte zu einer viel besseren Akzeptanz und Nutzung im Alltag geführt. Klar, eine Prothese die unauffällig einfach gut funktioniert, wird auch benutzt. Es waren übrigens sehr viele Kinder mit angeborenen Fehlbildungen in Begleitung ihrer Eltern gekommen. Schnell saßen sie in Gruppen zusammen, und es fand in diesem Kreis ein reger Erfahrungsaustausch statt.

Ungewöhnlich für eine orthopädische Werkstatt ist das gut sortierte Ersatzteillager, das es, gepaart mit langjähriger Erfahrung der Mitarbeiter, erlaubt, die meisten Reparaturen, auch an myoelektrischen Armprothesen, sofort in der klinikeigenen Werkstatt vorzunehmen. Dadurch müssen die Prothesen gar nicht erst eingeschickt werden.

Die Versorgung gerade im Bereich der oberen Extremität erforderte grosse Erfahrung und ein Händchen zum Basteln, lernten die Besucher. Die Abteilung verfügt über das Know how und den Maschinenpark, um außergewöhnliche Leistungen zu realisieren: Wenn industrielle Passteile nicht mehr zufrieden stellend einzusetzen sind, werden an den Drehbänken und Fräsmaschinen der orthopädietechnischen Abteilung individuelle Teile hergestellt. So nimmt es nicht Wunder, dass Armamputierte aus der ganzen Welt sich bei der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg zur Prothesenversorgung vorstellen.

Ferner, so erfuhren die Gäste des Armforums, bietet die Orthopädietechnik der Klinik individuelle Problemlösungen für Armbehinderte an. Dies sind insbesondere Alltagshilfen wie zum Beispiel Schreibhilfe, Toilettenhilfe, Anziehbaum u. ä. Mit diesen Hilfsmitteln sind viele Alltagssituationen an der oberen Extremität leichter zu bewältigen.

Wegen des unerwartet großen Zuspruchs plant die Klinik jetzt, dieses Forum zu einer regelmäßigen Einrichtung einmal jährlich zu machen. Für weitere Fragen und Kontakte steht Alfons Fuchs, der Leiter der Orthopädietechnik, unter der Tel.-Nr. 06221/96 6406, E-Mail alfons.fuchs@ok.uni-heidelberg.de zur Verfügung. Anfragen beantworten auch Dr. med. Frank Braatz, Oberarzt der Technischen Orthopädie (frank.braatz@ok.uni-heidelberg.de) und Simon Steffen, der Leiter der Abteilung obere Extremität (simon.steffen@ok.uni-heidelberg.de)

Ansprechpartner für Journalisten ist
Pressesprecher Norbert Dörholt,
Tel. 069/33996996,
E-Mail n.doerholt@gmx.de

Norbert Dörholt | idw
Weitere Informationen:
http://www.orthopaedie.uni-hd.de

Weitere Berichte zu: Armprothetik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise