Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenznetz soll Parkinson-Therapie verbessern

12.07.2000


... mehr zu:
»BMBF »Depression »Kompetenznetz »Parkinson
Um das derzeitige Wissen über die Parkinson-Krankheit zu bündeln, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein "Kompetenznetz Parkinson" eingerichtet. Als Teil dieses Netzes wurde auch
die Neurologische Klinik der Universität Würzburg ausgewählt: Bis 2002 wird hier ein Forschungsprojekt über Depressionen und den Abbau geistiger Fähigkeiten bei Parkinson-Patienten mit rund 400.000 Mark gefördert.

Die bislang unheilbare Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten nervlich bedingten Erkrankungen im Alter. Betroffen sind etwa ein Prozent der über 65-Jährigen sowie gelegentlich auch jüngere Menschen. In Deutschland gibt es etwa 200.000 Parkinson-Patienten. Die Ursache für die Erkrankung ist ein Zelluntergang in einer Gehirnregion, welche die Wissenschaftler als "Substantia nigra" bezeichnen. Warum es dazu kommt, ist immer noch unbekannt. In jedem Fall führt das Zellsterben dazu, dass in bestimmten Hirnregionen der Botenstoff Dopamin nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht.

Parkinson-Patienten leiden an drei Hauptbeschwerden: ihre Bewegungsabläufe verlangsamen sich, im Ruhezustand ist ein ständiges Zittern zu beobachten, und es kommt zu Muskelversteifungen. Zusätzlich stellt sich häufig eine depressive Verstimmung ein. Bei manchen Patienten gehen in den späteren Stadien der Erkrankung auch geistige Fähigkeiten verloren. Außerdem können, ausgelöst durch die Parkinson-Medikamente, vorübergehend seelische Störungen auftreten.

Mit dem Projekt "Kompetenznetz Parkinson" will das BMBF das bundesweit vorhandene Expertenwissen bündeln und die Forschungsaktivitäten koordinieren, die Versorgung der Patienten verbessern und Informationen über die Krankheit besser zugänglich machen. Außerdem sollen Forschungs- und Versorgungseinrichtungen mit elektronischen Medien vernetzt werden. Durch all das sollen Defizite bei der Diagnostik und Therapie der Parkinson-Krankheit behoben werden. So sollen beispielsweise multizentrische Studien mit neuen Medikamenten oder Therapiemethoden effizienter und rascher durchgeführt und auch seltenere Varianten des Parkinson-Syndroms in größerer Fallzahl untersucht werden können.

Bundesweit nehmen 13 Universitätskliniken sowie einige nicht-universitäre Einrichtungen und niedergelassene Facharztpraxen mit Schwerpunkt Parkinson an dem Projekt teil. Die Neurologische Klinik der Universität Würzburg hat sich erfolgreich um ein Teilprojekt beworben, bei dem vor allem die klinischen Aspekte und der Verlauf des Abbaus geistiger Fähigkeiten bei verschiedenen Parkinson-Syndromen untersucht werden, und zwar auch im Langzeitverlauf.

Außerdem soll das Spektrum der depressiven Syndrome bei Parkinson-Patienten mit herkömmlichen Depressionen verglichen werden. Diese klinisch-wissenschaftlichen Arbeiten laufen unter der Leitung von PD Dr. Markus Naumann, PD Dr. Georg Becker und Prof. Dr. Karlheinz Reiners.

Ziel der Würzburger Wissenschaftler ist es, frühzeitig einen geistigen Abbau bzw. eine Depression bei Parkinson-Patienten erkennen und näher einordnen zu können, um dann eine individuell passende Therapie einzuleiten. Das Projekt wird auch in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter Riederer vom Neurochemischen Labor der Würzburger Psychiatrischen Universitätsklinik durchgeführt.

Weitere Informationen: PD Dr. Markus Naumann, T (0931) 201-2525, Fax (0931) 201-3489, E-Mail:
naumann@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich |

Weitere Berichte zu: BMBF Depression Kompetenznetz Parkinson

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics