Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Hauch von Science-Fiction

10.09.2007
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg informiert über neuesten Entwicklungsstand bei der Armprothetik

Die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Armprothetik, Verbesserungen der Passform, des Komforts, der Funktion und der Kosmetik sowie eine Ausstellung modernster Prothesentechnik stehen im Mittelpunkt des Forums Armprothetik am Samstag, dem 15. September, auf dem Gelände der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, Schlierbacher Landstraße 200a, in Heidelberg, zu dem Fachleute und Betroffene aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet werden.

Hochkarätige Referenten der Heidelberger Orthopädie, die zu den größten europäischen Kliniken ihrer Art gehört, und des Forschungszentrums Karlsruhe informieren über wichtige Aspekte. Die Kinder werden betreut, und es erwartet sie ein buntes Unterhaltungsprogramm. Angeboten wird auch ein kostenloser Prothesencheck.

Die Palette der Informationen deckt den international aktuellen Entwicklungsstand ab. Auch ein Blick in die nahe und fernere Zukunft wird gegeben, bei dem man sich teilweise in einen Science-Fiction-Film versetzt fühlt, beispielsweise dass die Greiffunktion mit Hilfe künstlicher Muskeln, so genannter Fluidaktoren, durch Muskelsignale gesteuert werden kann. Die Hand wird nicht von Elektromotoren bewegt, sondern mit einer Art Hydraulik angetrieben, was eine Vielzahl neuer Griffe und Optionen ermöglicht. So sind z. B. die Finger elastisch und nicht starr wie bei den herkömmlichen künstlichen Händen. Zu kaufen gibt es diese Hand noch nicht, aber ansehen kann man sie sich.

... mehr zu:
»Armprothese »Orthopädie

Im Vordergrund aber steht das Angebot der Armprothesen-Technik auf höchster Technologiestufe. Diese hat sich in den letzten Jahren geradezu rasant weiter entwickelt und allein in den letzen zwei bis drei Jahren durch die Verwendung neuer Materialien und Technologien zu enormen Verbesserungen geführt. Und schon demnächst sind weitere Fortschritte zu erwarten. Insbesondere die Verwendung von Silicon hat die Versorgungsmöglichkeiten für Armamputierte in den letzten Jahren revolutioniert. Seine Vorteile sind vielfältig: Höherer Tragekomfort durch flexible Stumpfbettungen, besserer Halt der Prothese am Körper, oftmals Verzicht von Schulterumfassungen bei Oberarmamputierten möglich, längere Haltbarkeit und leichtere Reinigung der Handschuhe sowie eine deutlich bessere Kosmetik.

Leistungsstärkere Akkus erlauben höhere Leistungen der Armprothese, die ebenfalls optisch optimiert wurden und in der heute die Akkus integriert sind, wodurch sie von außen nicht mehr sichtbar sind. Auch neue, sehr leistungsfähige elektrische Ellenbogen wurden erfolgreich entwickelt, und mittlerweile können auch Patienten mit myoelektrischen Armprothesen versorgt werden, bei denen dies noch vor fünf Jahren aufgrund der Stumpfsituation unmöglich erschien.

Die "Hardware" allein wäre nicht optimal hilfreich, wenn dazu nicht die "Software", sprich die ergotherapeutische Schulung, käme. Die Prothesengebrauchsschulung ist wesentlicher Bestandteil der Versorgung mit einer Armprothese, denn nur das Erlernen des richtigen Umgangs mit der Prothese ermöglicht die Nutzung aller Funktionen im Alltag, was letztlich den hohen Aufwand für eine solche Prothesenversorgung rechtfertigt. Auch darüber wird referiert.

Als besonders Highlight bieten die Veranstalter einen kostenlosen Prothesencheck an: Jeder kann sich seine Armprothese auf Verbesserungsmöglichkeiten hin untersuchen lassen oder einem erfahrenen Orthopädietechniker seine Probleme mit seiner Prothesenversorgung schildern, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Die Veranstaltung beginnt um 12 Uhr im Hörsaal der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg und wird gegen 17 Uhr zu Ende sein. Essen und Getränke sind frei, womit auch eine lockere Atmosphäre für einen Erfahrungsaustausch unter den Betroffenen geschaffen werden soll. Es gibt viel Raum für Diskussionen, und für die Kinder, davon viele mit angeborenen Fehlbildungen, sind verschiedene Spiele vorbereitet. Betreut werden die Kleinen von Fachkräften der Klinik.

Fragen beantworten gerne Dr. med. Frank Braatz, Oberarzt der Technischen Orthopädie (frank.braatz@ok.uni-heidelberg.de), Alfons Fuchs, Leiter der Orthopädietechnik (alfons.fuchs@ok.uni-heidelberg.de, Tel. 0 62 21/96 64 06) und Simon Steffen, Leiter der Abteilung obere Extremität (simon.steffen@ok.uni-heidelberg.de, Tel. 0 62 21/96 64 07).

Norbert Dörholt | idw
Weitere Informationen:
http://www.orthopaedie.uni-hd.de

Weitere Berichte zu: Armprothese Orthopädie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie