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Heimbeatmung hilft bei Atemschwäche

08.04.2002


Atemmuskelschwäche hat verschiedene Ursachen wie etwa die amyothrophe Lateralsklerose (ASL), eine Muskelnervenkrankheit, oder das Post Polio-Syndrom als Spätfolge einer früher durchlittenen Kinderlähmung. Dennoch ist ein relativ selbstbestimmtes Leben möglich, wie das Beispiel des in Cambridge lehrenden Physikers Stephen Hawking zeigt. Ein wesentlicher Schritt zu mehr Lebensqualität ist die Heimbeatmung, wie sie in den vergangenen Jahren von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Heimbeatmung und Respiratorentwöhnung entwickelt wurde. Die Arbeitsgemeinschaft ist eine der wenigen medizinischen Gesellschaften, in denen Betroffene, Ärzte, Pflegedienste und Physiotherapeuten gemeinsam organisiert sind. Sie steht für intensive wissenschaftliche Aktivitäten und auch für die kritische Auseinandersetzung mit den menschlichen und sozialen Problemen von Betroffenen und Ihrer Familien.

Auf der 10. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Heimbeatmung und Respiratorenentwöhnung, die von der Neurologischen Universitätsklinik (Direktor: Prof. Dr. Bernhard Neundörfer) in Zusammenarbeit mit dem Muskelzentrum Erlangen-Nürnberg und dem Zentrum Selbstbestimmtes Leben (ZSL Erlangen)veranstaltet wird, stehen daher nicht nur neueste medizinische Aspekte der Behandlung von Patienten mit Atemmuskelschwäche und heimbeatmeten ASL-Patienten auf der Tagesordnung. Auch der Lebensqualität und dem selbstbestimmten Leben bei Heimbeatmung wird breiter Raum gewidmet. Betroffene aus Nord- und Südeuropa werden die Situation in ihren Ländern darstellen, ein Vertreter der Krankenkassen die Perspektive des "managed care" für heimbeatmete Patienten aus der Sicht der deutschen Kostenträger diskutieren. Betroffene und Angehörige können am ersten Kongresstag in Kleingruppen an Workshops zur Physiotherapie bei Atemmuskelschwäche, Körpertherapie, Schluck- und Sprechtherapie sowie zur "Gestaltung des selbstbestimmten Lebens" teilnehmen.

Im Vorfeld der Tagung informiert im Rahmen eines Pressegesprächs am Dienstag, 9. April 2002, 11.30 Uhr, Organisator PD Dr. Martin Winterholler über das Konzept der Heimbeatmung und damit in Zusammenhang stehende medizinische Aspekte. Weiterhin stehen Dr. Jan Sommer, Leiter der Intensivstation in der Neurologischen Klinik, Sabine Werkmeister, Mitarbeiterin im Sozialdienst des Muskelzentrums Erlangen-Nürnberg, sowie Dina Rattke vom ZSL als Betroffene zur Verfügung.

Thomas Wenzel M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.heimbeatmung.de/

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