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Impfung kurbelt Gedächtnisleistung bei Alzheimer an

08.04.2002


Antikörper richtet sich gegen das für Erkrankung charakteristische Beta- Amyloidpeptid

Forscher der Lilly Research Laboratories haben bei gentechnisch veränderten Alzheimer-Mäusen nachgewiesen, dass sich durch die einmalige Gabe des Antikörpers m266 die Lernfähigkeit sowie das Erinnerungsvermögen bei Mäusen verbessern. Wie das Team um Steven M. Paul in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature Neuroscience berichtet, bindet m266 an das Beta- Amyloidpeptid. Diese unlösliche Proteinablagerung ist für den Gedächtnisverlust verantwortlich.

Eine derartige Behandlung mit Antikörpern könnte ebenso die geistige Leistung bei Alzheimer-Patienten verbessern, auch wenn die vorhandenen Plaques damit nicht abgebaut werden, vermuten die Forscher. Derartige als "zukunftsweisend" hochgepriesene Therapien des irischen Pharmakonzern Elan Corporation sind allerdings im vorigen Jahr gescheitert, da 15 Patienten nach einer Impfung Symptome einer Gehirnentzündung entwickelten.

Die neuen Ergebnisse basieren auf der bereits bekannten Tatsache, dass eine Behandlung mit m266 den Übertritt der Alzheimer-Proteine aus dem Gehirn ins Blut bewirkt. Dadurch sinkt im Gehirn die Peptidlast, die Konzentration der löslichen Moleküle im Blutplasma steigt ebenso wie sich die Gedächtnisleistung verbessert. Dabei verändert sich, wie die Forscher feststellten, aber nicht die Quantität und Größe der Plaques in der Hirnrinde und im Stammhirn. Als Plaques werden die Ablagerungen des Beta-Amyloid-Peptid im Gehirn bezeichnet. Für die Wissenschaftler bestätigt sich somit die Annahme, dass die unlöslichen Proteinablagerungen nicht die für Alzheimer charakteristischen Symptome hervorrufen. Vielmehr seien lösliche Formen des Alzheimer-Proteins für die Krankheitssymptome verantwortlich.

Bis dato war unklar, ob einzelne Moleküle oder größere Ablagerung unlöslicher Amyloid-Plaques aus Beta-Amyloidpeptiden für das kontinuierliche Sinken der geistigen Leistung verantwortlich sind. Fest steht nun, dass die verbesserte Gedächtnisleistung mit einer Entfernung löslicher Amyloid-Peptide aus Gehirn und Plasma zusammenhängt, indem die Antikörper daran binden.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/neuro
http://www.pte.at/pte.mc?pte=020304038

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