Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Suizide sind oft Folgen einer Depression

06.09.2007
In Deutschland sterben jährlich 11.000 Menschen an Suizid, das sind mehr, als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch, Gewaltverbrechen und Aids zusammen sterben.

90 Prozent aller Suizide sind auf psychische Erkrankungen zurückzuführen - die meisten davon auf eine Depression. Ein rechtzeitiger Gang zum Arzt und die richtige Therapie können das Schlimmste verhindern. Darauf verweist das Kompetenznetz Depression, Suizidalität anlässlich des World Suicide Prevention Days am 10. September 2007.

Menschen, die an einer schweren Depression erkrankt sind, erleben häufig einen so hohen Leidensdruck, dass sie nicht mehr leben wollen. Bei rund 10 bis 15 Prozent führt die Depression zum Suizid, die Zahl der Suizidversuche ist noch weitaus höher. Damit ist die Depression die psychische Erkrankung mit dem höchsten Suizidrisiko.

Depression ist behandelbar

... mehr zu:
»Depression »Suizid

Viele Suizide könnten verhindert werden, würde eine Depression rechtzeitig erkannt und behandelt werden, denn es gibt gute Therapiemöglichkeiten. "Depressionen lassen sich gut behandeln, den meisten Patienten kann geholfen werden. Mit der Pharmakotherapie und der Psychotherapie gibt es heutzutage wirksame Behandlungsmöglichkeiten", so Prof. Ulrich Hegerl, Sprecher des Kompetenznetzes Depression, Suizidalität und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig.

Zu selten wird der Arzt aufgesucht

Es ist alarmierend, dass nur ein Drittel der betroffenen Deutschen medizinische Hilfe sucht. "Viele gehen aus Scham nicht zum Arzt, weil sie ihre Erkrankung nicht als solche verstehen oder fälschlicherweise persönliches Versagen dafür verantwortlich machen", weiß Prof. Hegerl. Bei vielen Patienten stehen auch körperliche Beschwerden im Vorder¬grund. Dies macht es auch für den Hausarzt, der meist der erste Ansprechpart¬ner ist, schwer, eine Depression zu erkennen. So werden die meisten der vier Millionen an einer Depression erkrankten Deutschen nicht adäquat behandelt.

Suizidprävention mit dem Deutschen Bündnis gegen Depression

Um dem entgegenzuwirken, wurde im Rahmen des vom Kompetenznetz Depression, Suizidalität initiierten "Deutsche Bündnis gegen Depression" ein beispielhaftes Modellprojekt in Nürnberg durchgeführt: Durch Fortbildungsprogramme für Ärzte und für Multiplikatoren wie Lehrer, Pfarrer oder Apotheker, durch Öffentlichkeitsarbeit, durch die Unterstützung von Selbsthilfeinitiativen sowie durch spezielle Angebote für Betroffene konnte die Versorgungssituation depressiv erkrankter Menschen verbessert und die Zahl der suizidalen Handlungen um über 25 Prozent gesenkt werden. Inzwischen ist das Bündnis nicht nur bundesweit, sondern als "European Alliance Against Depression" (www.eaad.net) auch europaweit aktiv.

Umfangreiche Informationen für Betroffene, Angehörige und Freunde sowie Fachleute gibt es unter www.kompetenznetz-depression.de sowie auf www.buendnis-depression.de.

Pressekontakt:

Kathrin Winkler M.A.
Kompetenznetz Depression
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig
Tel.: 0341 - 97 24 586
kathrin.winkler@medizin,uni-leipzig.de
Das Kompetenznetz Depression/ Suizidalität ist ein bundesweites Netzwerk zur Optimierung von Forschung und Versorgung im Bereich depressiver Erkrankungen. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Kathrin Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenznetz-depression.de

Weitere Berichte zu: Depression Suizid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE