Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bauchumfang ist Herzenssache: Dicke haben mehr Risikofaktoren und sterben früher

05.09.2007
Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) 2007: 25.000 Herz-Spezialisten tagen in Wien

Menschen mit großem Bauchumfang haben höhere Risikofaktoren wie ungünstige Cholesterinwerte, hohe Triglyzeridwerte, erhöhten Blutdruck und gestörte Nüchternglukose als Menschen mit normalem Bauchumfang, und damit ein höheres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Krankheit zu bekommen.

Das zeigt die aktuellen Analyse der Daten von mehr als 35.000 Patienten, die 1511 niedergelassene Ärzte in ganz Deutschland aufgesucht hatten. Insgesamt hatten 22 Prozent der Patienten einen vergrößerten und weitere 37 Prozent einen stark vergrößerten Bauchumfang, berichtet ein Forscherteam um Dr. Peter Bramlage (Dresden) auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Wien. Auf dieser größten wissenschaftlichen Tagung Europas kommen zwischen 1. und 5. September rund 25.000 Herzspezialisten zusammen.

Laut WHO ist der Normalwert bei Frauen ein Taillenumfang - gemessen über dem Hüftknochen - von bis zu 80 Zentimeter, bei Männer bis zu 94 Zentimeter. Übergewicht besteht bei Frauen bei einem Taillenumfang zwischen 80 und 88 Zentimetern, bei Männern zwischen 94 und 102 Zentimetern. Das Stadium Adipositas (Fettleibigkeit) ist erreicht, wenn der Taillenumfang bei Frauen 88 Zentimeter und bei Männern 102 Zentimeter überschreitet.

... mehr zu:
»Bauchumfang »Risikofaktoren

Ein erhöhter Bauchumfang wirkt sich auch sehr eindeutig auf die Vorhersage der Sterblichkeit aus: So überschritten zum Beispiel 66 Prozent aller Männer zwischen 60 und 69 Jahren mit einem Bauchumfang von mehr als 102 Zentimeter eine Wahrscheinlichkeit von 5 Prozent, in den kommenden 10 Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben - eine Schwelle, die laut ESC-Empfehlung zu einer konsequenten vorbeugenden medikamentösen Therapie Anlass gibt. Dieses Risiko hatten allerdings nur 10 Prozent der Frauen der gleichen Altersklasse mit einem Taillenumfang von mehr als 88 Zentimeter.

"Daher scheint eine routinemäßige Bestimmung des Bauchumfangs im hausärztlichen Bereich ein wichtiges diagnostisches Mittel zur einfachen Abschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos zu sein", folgert Dr. Bramlage. "Besonders weibliche Patienten ab einem Alter von 60 Jahren und Männer ab einem Alter von 50 Jahren zählen zur Hochrisikogruppe, bei denen eine solche Messung wegweisend für die weitere Diagnostik ist."

Ein Problem zeigte sich allerdings bei den aktuellen Analysen: Die aktuell gültigen, geschlechtsspezifischen Grenzwerte reflektieren keine vergleichbaren Risiko-Niveaus bei Männern und Frauen. "Wenn Männer den Grenzwert von 102 Zentimetern überschreiten, haben sie ein ungleich höheres Risiko als Frauen bei einem Bauchumfang von mehr als 88 Zentimetern. Hier muss noch weiter geforscht werden", fordert Dr. Bramlage.

Kontakt:
B&K - Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH
A-1090 Wien, Porzellangasse 35 Top 3
Dr. Birgit Kofler; Tel.: +43-1-319 43 78-0; Mobil: +43-676-6368930
Roland Bettschart, Tel.: +43-1-319 43 78-0; Mobil: +43-676-6356775
E-Mail: kofler@bkkommunikation.at; bettschart@bkkommunikation.at

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Berichte zu: Bauchumfang Risikofaktoren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Das große Aufräumen nach dem Stress

25.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

APEX wirft einen Blick ins Herz der Finsternis

25.05.2018 | Physik Astronomie

Weltneuheit im Live-Chat erleben

25.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics