Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herz-Kreislauferkrankungen: Frauen stärker gefährdet

03.09.2007
Expertin kritisiert mangelndes Bewusstsein in der Bevölkerung

In der breiten Bevölkerung wird das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen immer noch weit unterschätzt. Zu diesem Schluss kommt die Kardiologin Andrea Podczeck-Schweighofer vom Wiener Kaiser Franz Josef Spital im pressetext-Interview. Dabei gibt es eigentlich keinen Grund zum Jubeln, denn der Krankheitsverlauf bei weiblichen Patientinnen ist wesentlich ungünstiger als bei den Männern, so die Expertin, die die einzige Primaria für Kardiologie in Österreich ist. Die Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen in Österreich ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen im EU-Vergleich überdurchschnittlich hoch. Im Vergleich zu Männern liegt die Sterblichkeitsrate bei kardiovaskulären Erkrankungen bei Frauen wesentlich höher als bei Männern.

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen und Männern in den Industrieländern. "Trotz zunehmender Morbidität und Mortalität wird bei Frauen die koronare Herzkrankheit (KHK) klinisch noch immer unzureichend diagnostiziert und therapiert", so Podczeck-Schweighofer. "Besonders die Koinzidenz von Diabetes und KHK führt bei weiblichen Patienten zu einer überdurchschnittlichen Sterblichkeit." Diese Tatsachen wären den meisten Menschen nicht bewusst, kritisiert die Medizinerin. Bluthochdruck und Diabetes wirke sich bei Frauen wesentlich schlimmer aus, als bei Männern. "Ein schlecht eingestellter zu hoher Blutdruck birgt für Frauen ein doppelt so hohes Risiko als bei Männern", erklärt die Medizinerin. Daher müsse man besonders vor den Risikofaktoren wie etwa dem Zigaretten-Rauchen warnen. "Im Vergleich von 100 Rauchern mit 100 Raucherinnen, sind die Folgen bei Frauen um einiges gefährlicher als bei Männern", so die Medizinerin. Das bedeute, dass Frauen eben um ein Vielfaches mehr gefährdet seien als Männer.

Bis zu den Wechseljahren schützen die weiblichen Hormone, insbesondere die Östrogene, die Blutgefäße der Frau. Sobald die Hormonproduktion nach den Wechseljahren eingeschränkt wird, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. "Große wissenschaftliche Studien haben deutlich gezeigt, dass Hormongaben nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen können, sondern sogar zu einer Gefährdung führen. Hormontherapien gehörten lange Zeit zur Standardbehandlung von Frauen in den Wechseljahren", so Podczeck-Schweighofer. Hormone wurden häufig zur Linderung der typischen Wechsel-Beschwerden und zur Vorbeugung von Krankheiten wie Osteoporose, Herzinfarkt oder Morbus Alzheimer.

"Es ist dringend notwendig das Bewusstsein für die Gefahr von Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen zu schaffen", meint die Kardiologin. Das gelte nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Mediziner. Die Risikofaktoren sind allen gut bekannt. Dazu gehören Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Rauchen. "Es ist von großer Wichtigkeit auch Symptome, die nicht eindeutig sind - wie etwa Drücken im Zwerchfell, Enge- oder Druckgefühle - Ernst zu nehmen und ärztlichen Rat einzuholen. Viele dieser Symptome können Vorboten von Durchblutungsstörungen sein", erklärt die Medizinerin abschließend im pressetext-Interview.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wienkav.at/kav/kfj

Weitere Berichte zu: Diabetes Herz-Kreislauferkrankungen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops