Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweite Leitlinien zur Behandlung von Juckreiz an UKM-Hautklinik entwickelt

29.08.2007
Wenn Privat-Dozentin Dr. Sonja Ständer im September auf dem 4. Weltkongress für Juckreizforschung in San Francisco ihre Vorträge hält, werden die Fachleute wieder einmal genau zuhören: Die Dermatologin hat die weltweit geltenden Standards zur Behandlung von Juckreiz nicht nur mit entwickelt, sie verfügt über die weltweit größte Expertise zum Thema Juckreiz.

Acht bis zehn Prozent der Weltbevölkerung leiden an chronischem Juckreiz - "die Dunkelziffer ist vermutlich höher", schätzt Professor Dr. Luger, Direktor der UKM-Hautklinik. Die Ursachen für das lästige Übel sind vielfältig: Nierenerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Schwangerschaft oder schlicht die Alterung der Haut können zu chronischem Juckreiz führen.

Seit 1995 werden an der UKM-Hautklinik pro Jahr rund neun Studien durchgeführt. Eines ist Ständer und ihren Kollegen bereits früh aufgefallen: Mit konventionellen Therapie-Methoden wie Kortison oder Antihistaminika kommt man gegen den chronischen Juckreiz nicht an. "Wir testen immer wieder neue Substanzen, die zwar nicht gegen Juckreiz, aber gegen Schmerzen oder Übelkeit zugelassen sind", berichtet Ständer. Und sie konnte belegen, dass viele dieser Medikamente helfen. Ihre Studien sind inzwischen so bekannt, dass regelmäßig japanische Firmen bei ihr anklopfen, um ihre Studien an der münsterschen Hautklinik durchführen zu lassen.

Trotzdem beginnt das Bewusstsein unter Betroffenen, Ärzten sowie Pharmaindustrie erst langsam dafür zu reifen, dass man gegen Juckreiz nicht machtlos ist. Dieses erwachende Bewusstsein ist nicht zuletzt Sonja Ständer zu verdanken. "Damit müssen Sie leben", das hätten Patienten noch vor einigen Jahren häufig von Ärzten zu hören bekommen. Schlimmer noch: Wer Schmerzen habe, werde bemitleidet. "Wer sich ständig kratzt, wird eher gemieden", ist Sonja Ständers Erfahrung. In San Francisco wird sie einen Vortrag halten über ihre neueste Studie: Bei 72 Patientinnen und Patienten hat sie moderne Antidepressiva eingesetzt gegen den Juckreiz: "Bei 68 Prozent von ihnen ging der Juckreiz deutlich zurück." Ein weiterer Vortrag Ständers zieht eine Bilanz der derzeit geltenden Leitlinien zur Behandlung von chronischem Juckreiz. Die Leitlinien basieren auf Studiendaten, die an 385 Patienten erhoben wurden. Die Studie durchgeführt hat Sonja Ständer.

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

Weitere Berichte zu: Juckreiz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie