Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tumor-Zellen an der Wanderschaft gehindert

20.11.2000


Wissenschaftler der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität und des start-up-Unternehmens MelTec GmbH haben in Laborversuchen einen Weg gefunden, die Ausbreitung von Krebszellen zu stoppen. Mit einer von ihnen
entwickelten Robotertechnologie zur Kartierung zellulärer Proteine spürten sie Zielorte für selektiv wirkende Substanzen auf, die Tumorzellen an der Wanderung hindern.

"Das ist ein gelungener Auftakt unseres Biochance-Projektes", sagte der Hochschuldozent und MelTec-Gründer Dr. Walter Schubert. Im Biochance-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie konnten sich die Forscher von der Firma MelTec GmbH und vom Universitätsinstitut für Medizinische Neurobiologie erfolgreich gegen Mitbewerber aus renommierten Biotech-Regionen wie Heidelberg, München und Bonn durchsetzen. Das Biochance-Projekt hat einem Umfang von rund 4,6 Millionen Mark. Die Förderung innerhalb der nächsten zwei Jahre dient der Weiterentwicklung einer zukunftsweisenden Technologie zum Auffinden molekularer Zielstrukturen für künftige Medikamente.

Die als "Multiepitop-Ligand-Kartierungs-Verfahren" (MELK) bezeichnete Robotertechnologie wurde von Mitarbeitern der Otto-von-Guericke-Universität entwickelt. "Wir können damit viel schneller herausfinden, welche Proteinkombinationen bei verschiedenen Krankheitsverläufen entstehen oder verschwinden", so der Wissenschaftler. Die Proteinmuster können wichtige Aufschlüsse darüber geben, wo der beste Angriffspunkt für ein gezielt wirkendes Medikament mit wenigen Nebenwirkungen zu suchen ist.

Durch die Identifizierung krankheitsspezifischer Proteinmuster mit Hilfe der MELK-Technologie sind gefährliche Schlüsselproteine besser validierbar. Für Pharmaunternehmen reduzieren sich die Risiken der Arzneimittelentwicklung, weil mit geringeren Ausfallraten bei der Substanzentwicklung zu rechnen ist. Ein weiterer Vorteil der Technologie liegt in der Geschwindigkeit der Zielortfindung für Medikamente durch High Throughput Screening.

Die jüngsten Forschungsergebnisse lieferten Hinweise auf Schlüsselproteine, die Tumorzellen zum Wandern veranlassen. Durch die selektive Blockierung dieser Schlüsselproteine gelang es, die Fähigkeit der Krebszellen zur Wanderung zu unterdrücken. Die Wissenschaftler hoffen, einen neuen Ansatzpunkt zur Behandlung von Tumoren gefunden zu haben. Ob die Entdeckung künftig einmal Patienten nutzen wird ist wegen der hohen Komplexität maligner Erkrankungen derzeit allerdings noch offen. Bis zu einem einsatzreifen Medikament ist der Weg noch lang.

Im Sommer 1999 gründete Dr. Schubert das start-up Unternehmen MelTec GmbH. Auf der Grundlage exzellenter Unternehmensbewertungen erhielt MelTec in diesem Jahr eine der höchsten internationalen Risikokapitalausstattungen im Biotech-Bereich. Die Zahl der MelTec-Mitarbeiter stieg innerhalb eines Jahres um über hundert Prozent.

Arbeitsschwerpunkte der MelTec-Mitarbeiter sind u.a. der Identifizierung von Schlüsselproteinen, die zu Tumoren, Arteriosklerose und zu Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose führen.

Ansprechpartner:
Dr. Walter Schubert und Dr. Christine Lemke
Tel: 0391 / 6117250
Fax: 0391 / 6117251
E-Mail: meltec@zenit-magdeburg.de

Kornelia Suske | idw

Weitere Berichte zu: MelTec Schlüsselprotein Tumorzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten

Wie Proteine zueinander finden

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen

21.02.2017 | Interdisziplinäre Forschung