Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ermittlung der Strahlenbelastung helfender Personen in der Zahnmedizin

21.08.2007
Bei zahnmedizinischen Röntgenuntersuchungen ist unter Umständen die Anwesenheit von helfenden Personen für die Beruhigung der Patienten erforderlich. Hierbei stellt sich die Frage nach der damit verbundenen Dosis für diese Personen.
Im Rahmen eines BMU/BfS Forschungsvorhabens (StSch4434) wurde die Dosis von helfenden Personen während zahnmedizinischer Röntgenuntersuchungen gemessen.

Die Ermittlung repräsentativer Untersuchungsszenarien erfolgte sowohl durch Gespräche mit Sachverständigen als auch durch eigene Beobachtungen und Gespräche in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Die Röntgenuntersuchungen in der Zahnmedizin können in 4 Arten aufgeteilt werden:

Panoramaaufnahme des Gebisses,
Intraorale Einzel-Zahnaufnahme,
Fernröntgen-Seitenbild und die eher seltene
Digitale Volumentomographie.
Die eingestellten Röhrenhochspannungen liegen im Bereich zwischen 60 kV und 110 kV.

Die Anwesenheit von helfenden Personen bei radiologischen Untersuchungen kann bei kleineren Kindern und bei behinderten oder dementen Patienten erforderlich sein. Wenn möglich, wird der Röntgenraum für den kurzen Augenblick der Aufnahme von den helfenden Personen verlassen.

Für die Messungen an der MHH wurden elektronische Personendosimeter (EPD Mk2, Thermo Fischer Scientific) verwendet. Die Kalibrierung der Dosimeter und die Prüfung auf Eignung für Messungen in den "gepulsten" Strahlungsfeldern erfolgte vorab in der PTB.

Grundsätzlich ist in Räumen, in denen ionisierende Strahlung angewendet wird, aus Strahlenschutzgründen immer Schutzkleidung zu tragen. Bei den Messungen sollten jedoch die auftretenden Dosiswerte ohne den Abschirmungseinfluss dieser Kleidung bestimmt werden, damit die maximal auftretende Dosis auch für den Fall von nicht getragener Schutzkleidung erfasst ist. Zu diesem Zweck wurden die Dosimeter oberhalb der Bleischürze der helfenden Personen befestigt.

Bedingt durch die Tatsache, dass es nur wenige helfende Personen gibt und unnötige Bestrahlungen zu vermeiden sind, mussten für die Mehrzahl der Messungen die Dosimeter an repräsentativen Stellen im Röntgenraum platziert werden, wie in der Abbildung zu sehen.

In der Abbildung ist eine typische Panorama-Aufnahme zu sehen. Die Patientin sitzt auf einem Stuhl, während das Röntgengerät um sie herumfährt. Die helfende Person säße neben der Patientin auf dem Stuhl außerhalb des Schwenkbereiches der Röntgenanlage.

Die gemessenen Dosiswerte (für helfende Personen) liegen, je nach Untersuchungsart, im Bereich von 0,1 µSv bis 4 µSv, was vergleichbar ist mit der Dosis eines Tages durch die natürliche Umgebungsstrahlung von ca. 2 µSv.

Zur Bewertung des Risikos für helfende Personen ist weiter zu beachten, das durch das Tragen von Schutzkleidung die auftretenden Dosiswerte, je nach Art der Schutzkleidung und der eingestellten Hochspannung, um bis zu einen Faktor 100 verringern werden können.

Erika Schow | idw
Weitere Informationen:
http://www.ptb.de/de/aktuelles/archiv/nachrichten/2007/_zahnmedizin.html

Weitere Berichte zu: Strahlenbelastung Zahnmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics