Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Demenz: HIV tötet Gehirnzellen und verhindert Neubildung

16.08.2007
Protein gp120 spielt in beiden Fällen eine entscheidende Rolle

HIV kann im Gehirn zu Lern- und Gedächtnisdefiziten führen. Verantwortlich dafür ist laut Wissenschaftlern der University of California ein Doppelschlag, den das Virus gegen das Gehirn ausführt. Es war bereits bekannt, dass ein Protein auf der Oberfläche des Virus erwachsene Gehirnzellen abtöten kann.

Die aktuelle Studie zeigt nun, dass zusätzlich die Produktion von neuen Zellen verhindert wird. Verantwortlich dafür ist die Schädigung der Zellen, die potenziell an die Stelle der abgestorbenen treten könnten. Die Forscher hoffen, dass die neuen Forschungsergebnisse an Mäusen helfen werden, neue Behandlungsansätze für die mit HIV in Verbindung stehende Form der Demenz zu entwickeln. Details der Studie wurden in Cell Stem Cell veröffentlicht.

Der leitende Wissenschaftler Marcus Kaul erläuterte, dass das Virus das Gehirn doppelt angreift. "Das HIV-Protein verursacht Schädigungen des Gehirns und verhindert gleichzeitig, dass die abgestorbenen Zellen ersetzt werden können." Mit antiretroviralen Medikamenten ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Belastung durch das Virus zu verringern. In der Folge wurde auch die Schwere der Demenzerkrankungen geringer. Je länger HIV-Patienten jedoch leben, desto häufiger erkranken sie laut BBC an Demenz. Teil des Problems ist, dass es für die Medikamente schwierig ist, in das Gehirn zu gelangen.

... mehr zu:
»Demenz »Gehirn »Gehirnzellen »HIV

Die Forscher hatten bereits nachgewiesen, dass das Protein gp120 Gehirnzellen töten kann, in dem es die Chemie der Zellen zerstört. Dieses Protein findet sich in der äußeren Hülle des Virus. Jetzt wurde bewiesen, dass gp120 auch die Produktion von neuen Gehirnzellen im Hippokampus verlangsamt. Diese Gehirnregion ist für die Fähigkeit zu Lernen und das Gedächtnis von zentraler Bedeutung. Unter normalen Bedingungen werden die neuen Zellen in die bestehenden Gehirnstrukturen integriert. Sie sollen einen entscheidenden Beitrag für bestimmte Formen des Lernens und des Gedächtnisses leisten. Es hat den Anschein, dass die gleiche chemische Störung, die die Zellen abtötet auch ihren Ersatz verhindert. Laut Kaul könnte für diese Demenzform daher ein neuer Behandlungsansatz darin bestehen, entweder die Reparaturmechanismen zu stärken oder den Reparaturmechanismus zu schützen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsd.edu
http://www.cellstemcell.com

Weitere Berichte zu: Demenz Gehirn Gehirnzellen HIV

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

nachricht Chronische Wunden können heilen
16.10.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz