Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kampf dem Schlaganfall

09.11.2000


... mehr zu:
»ASS »Schlaganfall
Ein Jahr Stroke Unit an der Neurologischen Universitätsklinik Freiburg.

In den westlichen Industrienationen ist der Schlaganfall eine der Hauptursachen für dauerhafte gesundheitliche Behinderungen von

Menschen. Die Folgen sind mit immensen gesellschaftlichen und ökonomischen Kosten für unser Gemeinwesen verbunden. Das Bundesland Baden-Württemberg hat sich daher in einer Initiativmaßnahme entschlossen, an allen Krankenhäusern der Maximalversorgung sogenannte "Stroke Units" einzurichten, um eine möglichst frühzeitige Diagnostik und Therapie von Schlaganfallpatienten zu ermöglichen. Dieses Konzept sieht vor, dass Patienten vom ersten Tag an neben der medikamentösen Therapie auch physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Behandlungsmaßnahmen erhalten.

Seit einem Jahr besteht auch an der Neurologischen Universitätsklinik Freiburg eine solche "Stroke Unit". Diese Schlaganfallstation umfasst seit Anfang Dezember letzten Jahres sechs Betten. Weiterhin wurden zehn so genannte Post-Stroke-Unit-Betten auf den Normalstationen der Neurologischen Universitätsklinik, unter der Leit g des Ärztlichen Direktors, Professor Dr. Dr. h.c. Carl Hermann Lücking, eingerichtet. Vorteile dieser Art der Schlaganfallversorgung zeigen sich bereits in einer Verkürzung der durchschnittlichen Verweildauer der Patienten von 15,9 auf 10,4 Tage. Diese  ergibt sich vor allem aus einer Verringerung der Zeit zwischen Ereignis und Aufnahme in die Klinik, sowie durch die Erhöhung der Zahl der Patienten, die direkt nach Hause entlassen werden konnten. So werden im Jahr 2000 etwa 450 Patienten behandelt werden, d lediglich vier bis fünf Tage auf der Station verbracht haben.

Die im Juni 2000 in Freiburg gegründete Arbeitsgemeinschaft Schlaganfall Südbaden (ASS) und deren Vorsitzende, der Oberarzt an der Neurologischen Abteilung des Freiburger Neurozentrums, PD Dr. Andreas Hetzel, und der Chefarzt am Kreiskrankenhaus Emmendingen, Dr. Klaus Wagner, fordern eine engere Zusammenarbeit mit den Reha-Kliniken sowie Fortbildungen für Ärzte, um eine weitere Verbesserung zu erzielen. Die ASS hat es sich zum Ziel gesetzt, flächendeckend aktuelle Standards von der Prophylaxe bis zur Rehabilitation für die Behandlung von Schlaganfallspatienten zu e wickeln und umzusetzen. Um Unterschiede zwischen Stadt und Land in diesem Bereich zu minimieren, sollen neue Methoden eingesetzt werden, die auch die Allgemeinmediziner in ländlichen Gegenden enger in das Netz der Schlaganfallversorgung einbinden. Hierzu zählen vor allem Fortbildungen über das Internet sowie die Möglichkeit des Austausches mit Spezialisten. Dieses Projekt, für das der Südschwarzwald als Referenz für ländliche Regionen ausgewählt wurde, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

Um Risikofaktoren besser zu kontrollieren, ist es besonders wichtig, Betroffene frühzeitig zu informieren und zu motivieren. Deshalb sieht die ASS auch vor, Fortbildungen und Aufklärung zu diesem Thema, zum Beispiel in Kooperation mit den Krankenkassen, zu intensivieren.


Kontakt:

PD Dr. med. Andreas Hetzel
Neurologische Universitätsklinik Freiburg
Breisacherstrasse 64
79106 Freiburg
Tel./Fax.: 0761/ 270-5309
E-Mail: hetzel@nz11.ukl.uni-freiburg.de

Leiter Kommunikation und Presse Rudolf-Werner Dreier | idw

Weitere Berichte zu: ASS Schlaganfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie