Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entzündungen verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

20.07.2007
MHH-Kardiologen entdecken Hauptrisikofaktor für Arteriosklerose

Schlaganfälle, Herzinfarkte und plötzlicher Herztod sind in Deutschland und den westlichen Industrienationen die Todesursache Nummer eins. Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es gelungen, eine mögliche genetische Ursache für das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten nachzuweisen.

Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist meistens Arteriosklerose - eine Erkrankung, bei der sich die Blutgefäße verschließen. Die Sauerstoffversorgung der Organe, insbesondere die des Herzens und des Gehirns, wird dadurch beeinträchtigt. Bisher hielt man Blutfette wie Cholesterin aber auch andere Risikofaktoren, zum Beispiel Bluthochdruck und Zuckerkrankheit, für die Auslöser von Arteriosklerose. Die MHH-Forscher um Professor Dr. Bernhard Schieffer und Professor Dr. Helmut Drexler aus der Abteilung Kardiologie und Angiologie fanden heraus, dass für die Bildung von Gefäßarteriosklerose vor allem Entzündungsprozesse im Körper verantwortlich sind. Diese Ergebnisse veröffentlichten sie in der neuesten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Journal of Experimental Medicine".

Entzündungsmarker werden heute routinemäßig bei Blutuntersuchungen von Patienten bestimmt, vor allem die so genannten "Akute Phase Proteine" (APP). Deren vermehrtes Auftreten ist ein Hinweis auf eine Entzündung im Körper. Auch bei Patienten mit nachgewiesener Herz-Kreislauf-Erkrankung sind APP im Blut höher als bei Gesunden. Die MHH-Arbeitsgruppe von Professor Schieffer konnte nun zunächst im Tiermodellversuch zeigen, dass ein genetisches Ausschalten der APP-Produktion die Arteriosklerosebildung und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senkt. Auch unter fettreicher Diät war die Bildung von Arteriosklerose nahezu unterdrückt.

Um die Bedeutung dieser experimentellen Befunde auf Patienten zu übertragen, analysierten die Wissenschaftler Blut von mehr als 2.000 Patienten. Sie arbeiteten dabei im Verbund mit Forschern aus Milwaukee/USA, Regensburg, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und dem Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung in Münster. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass auch beim Menschen entzündliche Prozesse mit einer vermehrten Bildung von Arteriosklerose einhergehen. "Den APP kommt also eine Schlüsselrolle sowohl beim Nachweis als auch bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu", betont Professor Schieffer. Neue medikamentöse Therapieansätze zur Blockade dieser Entzündungsantwort werden an der MHH bereits tierexperimentell erprobt.

Weitere Informationen geben Ihnen gern Professor Dr. Bernhard Schieffer und Dr. Maren Luchtefeld, MHH-Abteilung Kardiologie und Angiologie, Telefon (0511) 532-9584.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik