Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesünder essen - weniger Krebs

13.07.2000


Deutsche Krebshilfe unterstützt europaweite Ernährungsstudie

Heidelberg/Potsdam - "Essen Sie mehr Obst und Gemüse, essen Sie weniger Fleisch, meiden Sie Salz und Fett, bevorzugen Sie heimische Produkte, achten Sie auf die richtige Zubereitung Ihrer Lebensmittel!" Diese und andere Empfehlungen sollen dazu beitragen, dass sich die Menschen gesünder ernähren und dadurch ihr Krankheits- und Krebsrisiko senken. Doch welche Krebserkrankungen stehen tatsächlich in direktem Zusammenhang mit Ernährungsfaktoren? Dieser Frage geht eine europäische Studie nach, in der bislang insgesamt fast eine halbe Million Menschen befragt und begleitet werden. Die Deutsche Krebshilfe finanziert zwei deutsche Arbeitsgruppen, die sich an dieser Studie beteiligen, mit insgesamt 4,4 Millionen Mark. Bis 2004 werden aussagekräftige Daten über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs erwartet.

Wissenschaftler schätzen, dass zwischen 30 und 40 Prozent aller Krebserkrankungen ernährungsbedingt sind. Trotz vieler gesicherter Hinweise sind aber bis heute die exakten Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs weitgehend unbekannt. Dies soll sich ändern: Die europaweite EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) sammelt Daten über Ernährung, Gesundheit und Krebs. Deutschland ist auch dabei: Die Studie wird in Heidelberg von der Abteilung Klinische Epidemiologie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und in Potsdam vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) durchgeführt. Langfristiges Ziel von EPIC ist es, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs, aber auch zwischen Ernährung und chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Osteoporose, zu klären. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die beiden deutschen Arbeitsgruppen, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Krebs beschäftigen, mit insgesamt 4,4 Millionen Mark.

In Heidelberg und Umgebung wurden über 25.500 Teilnehmer, in Potsdam und Umgebung 27.500 Menschen zu ihrer Ernährung und ihren Lebensumständen befragt. Nach den Erstinterviews werden die Teilnehmer etwa alle zwei Jahre erneut über Veränderungen ihres Gesundheitszustands befragt. Ein Beobachtungszeitraum von mindestens zehn Jahren ist nötig, um die Auswirkungen einer bestimmten Ernährungsweise auf Krebserkrankungen zu erkennen.

Insgesamt erfasst die EPIC-Studie rund 490.000 Teilnehmer aus neun europäischen Ländern. Damit schließt die Untersuchung Menschen mit sehr verschiedenartigen Ernährungsweisen ein - eine wichtige Voraussetzung, um statistisch gesicherte Aussagen zu einzelnen Nahrungsmitteln machen zu können. Außerdem liegen mittlerweile etwa 370.000 Blutproben von Teilnehmern der EPIC-Studie vor. Die Untersuchung dieser Blutproben zum Beispiel auf Blutfettwerte, Vitamin- und Hormonspiegel erhöht das Auswertungspotential der Studie erheblich.

Abschätzungen des Krebsrisikos für verschiedene Ernährungsgewohnheiten werden dann möglich sein, wenn eine ausreichende Zahl von Neuerkrankungen für die jeweilige Krebsart erfasst wurde. Dies wird für Deutschland etwa im Jahr 2004 möglich sein. Auswertungen auf europäischer Ebene für die zusammengefassten Daten der neun beteiligten Länder beginnen für die häufigen Krebserkrankungen (Lungenkrebs, Dickdarmkrebs, Magenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs) jedoch bereits in diesem Jahr.

Interviewpartner auf Anfrage!

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. med. Eva M. Kalbheim-Gapp |

Weitere Berichte zu: EPIC-Studie Krebserkrankung Krebsrisiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics