Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hebe- und Tragehilfen im Rettungsdienst

20.07.2007
Arbeits- und Gesundheitsschutz beim Patiententransport

Die über 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im deutschen Rettungsdienst sind bei ihrer Berufsausübung außerordentlich starken Belastungen ausgesetzt, die sich durch relativ hohe Raten an krankheitsbedingten Fehlzeiten manifestieren. Bei den physischen Stressfaktoren dominieren körperliche Belastungen durch Heben, Tragen, Ziehen, Schieben und Halten. Insbesondere unphysiologische Bewegungsabläufe beim Krankentransport etwa in engen Fluren oder Treppenhäusern gelten als Ursache für Rückenprobleme. Angesichts von über 10 Millionen Einsätzen jährlich kommt der Ergonomie von Krankentragen und anderen Hebe- und Tragehilfen daher besondere Bedeutung zu. Eine jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vorgelegte Studie untersucht einzelne Aspekte beim Einsatz der Arbeitsmittel von Rettungskräften und Sanitätern.

Im Vordergrund der Studie standen Simulationsversuche, mit deren Hilfe Rückschlüsse auf die Eignung verschiedener Tragehilfen in unterschiedlichen Einsatzsituationen gezogen werden konnten. Die Laborsituation und der Einsatz eines "Dummys" schützten die Privatsphäre von Patienten, schufen vergleichbare Beobachtungsbedingungen und verhinderten vor allem, dass reale Rettungseinsätze beeinträchtigt wurden. Zwei verschiedene Parcours bildeten die Gegebenheiten echter Einsatzsituationen mit den typischen Schwierigkeiten wie Engstellen und Treppen ab.

Bei der Überwindung dieser Parcours wurden Tragehilfen verwendet, die Rettungskräfte im täglichen Einsatz nutzen, so etwa Krankentragen, Tagetuch, Schaufeltrage und Tragesessel. Zusätzlich wurden Sesselkonstruktionen mit Raupenfahrwerk getestet. Um die Bewegungen beim Manövrieren mit diesen Geräten zu erfassen, wurden mit einer computerunterstützten Videoaufzeichnung Körperhaltungen und Stellungen des Hand-Arm-Systems dokumentiert. Dabei wurde der Neigungswinkel der Tragehilfen gleichzeitig gemessen, um Hand- und Körperstellung in Bezug zur Tragenlage setzen zu können. Mittels detaillierter Körperbewegungsanalyse ließen sich diese Abläufe analysieren und Informationen über besonders belastende Situationen gewinnen. Fragebögen und Gesprächsrunden ergänzten die Befunde der theoriegeleiteten Körperhaltungsanalyse um praktische Aspekte des Einsatzalltags.

... mehr zu:
»Rettungsdienst »Tragehilfen

An Stelle einer eher technikorientierten Bewertung verschiedener Rettungsgeräte gelingt es den Autoren der Studie, Bewertungsmethoden zur Ergonomie des Tragens zu erarbeiten, um für den Kreis der Anwender, Beschaffer und Hersteller von Rettungshilfen die verschiedenen Belastungssituationen zu verdeutlichen. Bei der zukünftigen Konstruktion von Tragehilfen sollte der Studie gemäß unter anderem berücksichtigt werden, dass ungleiche Belastungen der Träger an Kopf- und Fußende vermieden werden und bestimmte Arm- und Handhaltungen außerhalb des Kraftoptimums liegen. Zusammen mit einer bereits vorliegenden Studie zur Technik der Rettungsgeräte ergeben sich Vorschläge für konstruktive Verbesserungen zum Beispiel von Griffsystemen: So entlasten Maßnahmen zur Kompensation der Trageneigung wie beispielsweise schwenkbare Griffe die Träger.

Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund/Berlin, Fb 1088: H. W. Müller-Arnecke, T. Bleyer, U. Hold, M. Macheleidt, U. Rademacher, A. Windel: Hebe- und Tragehilfen im Rettungsdienst. 140 S., ISBN 3-86509-627-2, EUR 15,00. -Zu beziehen beim Wirtschaftsverlag NW, Postfach 10 11 10, 27511 Bremerhaven, Tel.: 0471/945 44 61, Fax 0471/945 44 88.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de

Weitere Berichte zu: Rettungsdienst Tragehilfen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Starkes Übergewicht: Magenbypass und Schlauchmagen vergleichbar
17.01.2018 | Universität Basel

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie