Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hautkrankheiten besser verstehen und gezielt bekämpfen

19.07.2007
Neues System soll Prozesse in der Haut berührungsfrei abbilden

Ein neuartiges System könnte künftig dynamische Prozesse in der Haut bis in tiefere Schichten hinein detailliert abbilden. Der geplante "5D-Intravitaltomograph" ist weltweit einzigartig und soll die Ursachen von Hautkrankheiten aufklären, eindeutigere Diagnosen ermöglichen und Behandlungen kontrollierend begleiten. Das Kick-off-Meeting der Partner des Verbundforschungsprojekts fand Anfang Juli beim Projektträger, dem VDI-Technologiezentrum, in Düsseldorf statt.

Die 5D-Intravitaltomographie eröffnet eine Reihe spannender Anwendungsperspektiven in der Dermatologie, Kosmetik und Pharmakologie. Die Hautklinik der Universität Münster will die neue Technologie bereits im Projektverlauf einsetzen, um die Ursachen der Neurodermitis besser zu erforschen und deren Diagnose und Therapie deutlich zu verbessern. Von dieser Hautkrankheit sind in Deutschland mehr als 3 Millionen Menschen betroffen, was zu einer geschätzten volkswirtschaftlichen Belastung von über 1,5 Milliarden Euro pro Jahr führt. Noch sind die komplexen Ursachen der Neurodermitis weitgehend ungeklärt. Die 5D-Intravitaltomographie könnte dies bald ändern.

Sie soll hauteigene Bestandteile binnen Sekunden mikrometergenau erfassen, ohne dass Kontrastmittel zugegeben oder Hautproben entnommen werden müssten. Das wäre nicht nur für Patienten angenehmer, sondern auch für die Wissenschaft von großem Vorteil. Erstmals könnten dynamische Vorgänge in der Haut, wie beispielsweise die Verteilung von Wirkstoffen, direkt im realen System mit großer Genauigkeit beobachtet werden. Hierzu muss man bisher auf Labormodelle ausweichen.

... mehr zu:
»Haut »Hautkrankheiten

Die Beiersdorf AG, die die Intravitaltomographie mit entwickelt hat und seit Jahren erfolgreich nutzt, will das 5D-Verfahren verwenden, um grundlegende hautphysiologische Fragestellungen zu erforschen und die Erkenntnisse in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Die Hautklinik der Universität Jena will die Technologie zur Diagnose und Therapie von Hautkrebs einsetzen.

Doch zunächst gilt es einen Laborprototypen aufzubauen. Technisch kombiniert das Verfahren das hochaufgelöste 3D-Multiphotonen-Fluoreszenz-Imaging mit spektralen und zeitaufgelösten Detektionsverfahren. Dazu will die JenLab GmbH ein bereits klinisch zugelassenes bildgebendes System, das "DermaInspect", durch entsprechende Module erweitern. Das saubere Zusammenspiel aller Komponenten sowie die Darstellung und Auswertung der umfangreichen Messdaten werden die Geräteentwickler vor große technische Herausforderungen stellen, doch bereits Ende 2008 sollen zwei Prototypen für den Praxistest durch die genannten Anwender und das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik bereitstehen. Die Erfahrungen hieraus werden zur weiteren Optimierung des Systems bis zum Projektabschluss im Sommer 2010 beitragen.

Um das breit angelegte Vorhaben zu meistern, haben sich namhafte Anwender aus Klinik und Industrie mit Technologieführern aus den Optischen Technologien zusammengetan. Derartige Verbundprojekte fördert das BMBF seit dem Jahr 2002 im Forschungsschwerpunkt Biophotonik - im vorliegenden Fall mit rund 2,7 Millionen Euro. Die beteiligten Unternehmen investieren zusätzlich etwa 1,8 Millionen Euro in das vom Geschäftsführer der JenLab GmbH, Prof. Dr. Karsten König, koordinierte Projekt.

Kontakt:

Dr. Marion Jürgens
Forschungsschwerpunkt Biophotonik - Öffentlichkeitsarbeit
Universität Jena, Institut für Physikalische Chemie
Tel: 03641/ 206 034, Fax: 03641/ 206 044
E-Mail: marion.juergens@uni-jena.de
Prof. Dr. Karsten König
JenLab GmbH
Schillerstr. 1, 07745 Jena
E-Mail: info@jenlab.de

Dr. Marion Jürgens | idw
Weitere Informationen:
http://www.biophotonik.org

Weitere Berichte zu: Haut Hautkrankheiten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften