Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnellere Hilfe bei Milbenallergie?

29.08.2000


29. August 2000

Schnellere Hilfe bei Milbenallergie

Hautklinik der Universität Münster an bundesweiter
Studie über neue Form der Hyposensibilisierung beteiligt

 Immer mehr Menschen leiden hierzulande unter Allergien. Hauptauslöser für die mit Schnupfenbeschwerden, Augenentzündungen und Asthma einhergehenden Erkrankungen ist die Hausstaubmilbe. Immerhin fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung zeigen groben Schätzungen zufolge eine Überempfindlichkeit gegenüber diesen mikroskopisch kleinen Spinnentiere. Die einzige Möglichkeit, Milbenallergiker dauerhaft unempfindlich gegen das vornehmlich im Kot der Tierchen befindliche Allergen zu machen, ist eine sogenannte Hyposensibilisierung, bei der das krankmachende Allergen unter die Haut gespritzt wird. Bislang zieht sich eine solche Behandlung jedoch in der Regel drei Jahre hin, bis sich ein spürbarer Erfolg zeigt.

Eine neue Form der Hyposensibilisierungstherapie, die Milbenallergiker in deutlich kürzerer Zeit und mit deutlich weniger Injektionen eine deutliche Berschwerdelinderung bringen soll, wird ab der kommenden Woche im Rahmen einer bundesweiten Studie überprüft, an der die Hautklinik der Universität Münster beteiligt ist. Nach Angaben von Privatdozent Dr. Randolph Brehler, zuständiger Projektleiter an der münsterschen Hautklinik, erhalten die Patienten im Rahmen dieser Studie zunächst sechsmal wöchentlich und später sechsmal monatlich eine Injektion mit einem Milbenektrakt, der mit einer Vermittlersubstanz kombiniert ist Die neue Form der Behandlung setzt direkt an der Ursache der Erkrankung, dem veränderten Immunsystem des Allergikers an, das aus noch nicht ausreichend erklärter Ursache Antikörper gegen das Allergen produziert.

Da sich das Hauptallergen im Kot der Milben befindet, der mit abnehmender Luftfeuchtigkeit zu Beginn der Heizperiode zerfällt und dann eingeatmet wird, treten die Symptome einer Hausstaubmilbenallergien insbesondere im Herbst und Winter auf. Die Tierchen ernähren sich vorzugsweise von menschlichen Hautschuppen. Dies erklärt, warum sie sich hauptsächlich in Matratzen, Polstermöbeln, auf Teppichböden oder auch in Kuscheltieren aufhalten. Durch Sanierungsmaßnahmen im häuslichen Umfeld, wie beispielsweise milbendichte Bezüge und Entfernung von Teppichen, können die Beschwerden zwar meistens deutlich gemildert werden. Gleichwohl ist in vielen Fällen eine Hyposensibilisierung nötig.

Da die Voruntersuchungen für die geplante Studie bereits in den ersten beiden Septemberwochen stattfinden, ist es erforderlich,


dass sich Interessenten schnellstmöglich mit der Universitäts-Hautklinik Münster in Verbindung setzen. Milbenallergiker, bei denen diese Allergie bereits festgestellt wurde, können sich unter Tel. 0251/ 83 5 65 06, näher informieren.

Jutta Reising |

Weitere Berichte zu: Allergie Hyposensibilisierung Milbenallergiker Tierchen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kostformen im Vergleich: Für Menschen mit Diabetes ist die Mittelmeer-Diät besonders gut geeignet
19.01.2018 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Vielversprechender Malaria-Wirkstoff erprobt
19.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie