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Gezielte Schmerztherapie mittels Ultraschall

17.07.2007
Bilder weisen der Injektionsnadel den Weg

Die Sonographie wird nicht nur zur Diagnostik, sondern zunehmend auch zur Unterstützung therapeutischer Maßnahmen eingesetzt: Ärzte nutzen die Sonographie, um Schmerzmedikamente gezielt an Nervenbahnen zu spritzen oder um Gefäßzugänge leichter anlegen zu können. Die Methode verhindert fehlerhafte Einstiche, die zu Blutergüssen oder anderen - manchmal schwerwiegenden - Komplikationen führen können. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) weist darauf hin, dass für die sichere Anwendung der Methode eine gute Ausbildung des Arztes erforderlich ist.

Ultraschallgeräte machen Muskeln, Blutgefäße und selbst feinste, nur wenige Millimeter dünne Nervenfasern sichtbar. Auf diese Weise können Ärzte mittels Sonographie am Bildschirm verfolgen, wo sich Nervenbahnen befinden und wie sich Schmerzmittel im Gewebe ausbreiten. Die ultraschallunterstützten Verfahren erleichtern die Versorgung von Unfallverletzten und sind hilfreich bei Operationen. Sie bieten aber auch in der Therapie von chronischen Schmerzen erhebliche Vorteile.

"Ein wahrer Meilenstein in der Versorgung von Unfallverletzten sind die gezielten Blockaden einzelner Nervenbahnen", sagt Privatdozent Dr. Thomas Grau vom BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum.

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Der Leiter der Sektion Anästhesiologie der DEGUM konnte bei der Blockade von Nervenbahnen im Bereich von Armen und Beinen nachweisen, dass Medikamente schneller und sicherer wirken, wenn der Arzt die Injektion im Ultraschallbild kontrolliert. "Eine Versorgung von Verletzten mit dieser Form der örtlichen Betäubung ist einfacher und für den Patienten schonender, da weniger Einstiche notwendig sind", erläutert Dr. Grau. Mit Hilfe von Ultraschall lassen sich bei Operationen kleine Schmerzkatheter in der Nähe von Nervenbahnen platzieren, durch die dann wiederholt Medikamente gegeben werden können.

In der Anästhesiologie und Intensivmedizin haben tragbare Ultraschallgeräte besondere Vorteile: Sie können bei Notfällen oder auf der Intensivstation sofort eingesetzt werden, ohne dass der Patient erst in einen Ultraschall-Untersuchungsraum transportiert werden muss. Im Notfallraum oder im Operationsbereich können Gefäßzugänge mit Hilfe von Ultraschallbildern einfacher und schonender angelegt werden. Davon profitieren besonders kleine Kinder, bei denen die Blutgefäße manchmal kaum sichtbar sind. "Auch bei krankheitsbedingt veränderten Gefäßen oder anatomischen Besonderheiten können Probleme der Punktion frühzeitig erkannt werden", sagt Dr. Grau. Bei 19 bis 25 Prozent aller behandelten Patienten liegen Lagevarianten der Gefäße vor, die die Punktion erschweren oder Fehlpunktionen mit Komplikationen hervorrufen können.

"Die Vorteile dieser Techniken können aber nur dann optimal genutzt werden, wenn Ärzte dafür gut ausgebildet sind", betont Professor Arning, stellvertretender Vorsitzender der DEGUM aus Hamburg. Die DEGUM bietet spezielle Kurse an, die über die Anforderungen der Weiterbildungsordnung für Fachärzte weit hinausgehen. Ärzte, die eine besondere Qualifikation in der Ultraschallanwendung nachweisen, können ein DEGUM-Zertifikat der Stufe I bis III beantragen. Informationen über Fortbildungskurse finden Interessierte auf der Homepage der DEGUM unter http://www.degum.de.

Ihr Kontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 89 31 552
Fax: 0711 89 31 167
info@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.degum.de

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