Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geprüfte Qualität, die auch der Patient versteht

17.07.2007
Qualitätsführerschaft des Gesundheitslandes durch vergleichbare Leistungsparameter sichern

Die Informationsmöglichkeiten über Krankenhäuser, Therapieformen und Mediziner sind mit dem Internet geradezu explodiert. Aber welchen Angeboten können Patienten bei der Suche nach dem besten Arzt und einer erfahrenen Einrichtung am ehesten vertrauen? Was ist Werbung, was geprüfte Qualität und was steckt hinter den Fallzahlen und unbekannten Fachbegriffen?

Das Universitätsklinikum Greifswald hat es sich zum Ziel gesetzt, mit dem "Patienten orientieren Qualitätsbericht" einen leicht verständlichen Leitfaden aufzulegen, der eine lückenlose und extern überprüfte Leistungsbilanz der 20 Fachkliniken enthält. Bereits zum zweiten Mal übergab der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Claus Bartels (Foto), heute in Schwerin dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Mecklenburg-Vorpommern, Friedrich Wilhelm Bluschke, und dem Staatssekretär im Bildungsministerium des Landes, Udo Michallik, neben dem gesetzlichen einen spezifischen Patienten orientierten Qualitätsbericht. Der Qualitätsbericht für Patienten ist ab 20. Juli allen Interessenten im Internet zugänglich.

"Wir wollen mit dem Patienten orientierten Qualitätsbericht ein verbindliches Instrumentarium schaffen, das eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für die interessierte Allgemeinheit bildet", betonte der Greifswalder Klinikumschef. "Wir streben die Qualitätsführerschaft durch messbare und vergleichbare Leistungsparameter an und sichern diese durch ein hochwertiges Qualitätsmanagement, das deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht." Das umfasst das "Zentrale Qualitätsmanagementsystem EFQM*" (European Foundation for Quality Management), die grundsätzlich 100%ige Erhebung der Daten zur externen Qualitätssicherung (EQS-Daten) sowie die unabhängige externe Begutachtung der erhobenen Daten. Darüber hinaus werden die interdisziplinären Zentren wie beispielsweise die Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit), das Wirbelsäulenzentrum (Spine Center) oder das Brustzentrum nach strengsten internationalen Richtlinien zertifiziert und häufige medizinische Behandlungspfade wissenschaftlich auf den Prüfstand gestellt. "Im Patientenbericht wurde zudem großer Wert auf die Vergleichbarkeit der Zahlen gelegt, damit das hiesige Leistungsgeschehen an anderen Kliniken bundesweit gemessen werden kann. Das war bisher kaum möglich", so Bartels. Dafür wurden die Ergebnisse der Qualitätssicherung der letzen beiden Jahre von einem unabhängigen Institut in Essen geprüft und in einen direkten Vergleich zu anderen Kliniken in Deutschland gesetzt (s. Anlage). "Gerade die externe Bewertung der Stärken und Schwächen soll für jeden Patienten und seine Erkrankung einen schnellstmöglichen Zugang zur Spitzenmedizin und eine optimale Behandlung garantieren."

Qualität hat ein Gesicht, Qualität hat einen Namen

Der gesetzlich geforderte Qualitätsbericht mit der Leistungsdarstellung in Tabellenform dient in erster Linie den zuweisenden Ärzten und Krankenkassen zu Informationszwecken. Für Patienten bleibt diese offizielle Version völlig unergründlich, da der medizinische Laie von einem Berg von Tabellen, Zahlen und Kürzeln förmlich erschlagen wird. Im Patienten orientierten Qualitätsbericht sind die Informationen mit Hilfe von Psychologen, Redakteuren und Grafikern auf rund 300 Seiten allgemeinverständlich aufgearbeitet und übersichtlich in einem Fließtext dargestellt. Der Bericht ist speziell auf die Fragen und Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Neben den Leistungsspektren der einzelnen Kliniken findet der Nutzer viele Informationen über die jeweiligen Schwerpunkte in der Krankenversorgung, Spezialisten und Kontaktmöglichkeiten vor Ort, die Häufigkeit der Eingriffe und Therapieerfolge sowie konkrete Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Auf über 160 Fotos stellen sich die Menschen, die hinter und für die Leistungen am Klinikum stehen, dem Patienten vor.

"Wir sind sehr interessiert daran, unseren Versicherten umfassend die Möglichkeit zu geben, Vergleiche anzustellen und selbst die Entscheidung zu fällen, von wem sie welche Leistungen in Anspruch nehmen möchten", unterstrich Friedrich Wilhelm Bluschke, Vorstandsvorsitzender der AOK Mecklenburg-Vorpommern. "Der Patienten orientierte Qualitätsbericht des Uniklinikums Greifswald setzt neue Maßstäbe und kann sich zu einem innovativen Markenzeichen des Gesundheitslandes Mecklenburg-Vorpommern entwickeln." Der AOK-Chef verwies ferner auf das neue Programm der Gesundheitskasse zur Qualitätssicherung "QSR", mit dem ein weiteres Informationsdefizit der gesetzlichen Qualitätsberichterstattung ausgeräumt werden soll. Mit dem Projekt "Qualitätssicherung der stationären Versorgung mit Routinedaten" (QSR) wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem sich erstmals Langzeiterfolge von Klinikbehandlungen bewerten lassen. Die AOK stellt das QSR-Programm grundsätzlich allen Kliniken als Serviceangebot zur Verfügung, um die Qualitätssicherung auch in der Phase nach der stationären Entlassung für die eigenen Patienten transparenter darzustellen.

Pressemappe
Auszüge Patienten orientierter Qualitätsbericht
Zusammenfassung Gutachten über die Jahresauswertung 2006 (PD Dr. med. Jürgen Stausberg, Gutachten über die Jahresauswertung 2006 der Quant GmbH, Hamburg, zur externen vergleichenden Qualitätssicherung, Essen 2007 - Gutachten komplett auf http://www.klinikum.uni-greifswald.de)
Handout Pressegespräch
Foto-CD-ROM
Hintergrund EFQM* (http://www.deutsche-efqm.de)
EFQM steht für "European Foundation for Quality Management". Es ist ein Modell, nach dem das Uniklinikum Greifswald eine Selbstbewertung anhand verschiedener Kriterien vornimmt. Es sind neun Befähiger- und Ergebniskriterien, die weiter in mehrere Teilkriterien untergliedert werden. Zu den Befähigerkriterien gehören die Krankenhausführung, Politik und Strategie, Mitarbeiterorientierung Ressourcen und Krankenhausprozesse. Zu den Ergebniskriterien zählen die Mitarbeiterzufriedenheit, die Zufriedenheit der Patienten, Kostenträger und Kooperationspartner, die gesellschaftliche Verantwortung und das Image sowie medizinische und finanzielle Ergebnisse. Die Resultate der Selbstbewertung sind Grundlagen für Verbesserungsmaßnahmen. Das EFQM-Modell dient als Grundlage für externe Bewertungen, die auf verschiedenen Stufen, den "Levels of Excellence", vorgenommen werden.
Universitätsklinikum Greifswald
Ärztlicher Direktor/Vorstandsvorsitzender
Prof. Dr. med. Claus Bartels
Fleischmannstraße 8, 17487 Greifswald
T +49 3834 86-50 13
F +49 3834 86-50 10
E aerztlicher.direktor@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-greifswald.de
http://www.deutsche-efqm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen