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Beschwerden und Erkrankungen der oberen Extremitäten an Bildschirmarbeitsplätzen

13.07.2007
Methodenentwicklung zur Risikoabschätzung

Für über 21 Millionen Beschäftigte in Deutschland gehört Bildschirmarbeit zu ihrer beruflichen Tätigkeit. Deshalb wird der Zusammenhang zwischen der Arbeit und Gesundheitsbeschwerden an Händen, Armen, Schultern und Nacken intensiv diskutiert.

Für eines der Syndrome hat sich - analog zum Tennisarm - der "Mausarm" als Bezeichnung des Krankheitsbilds eingebürgert. Über das Ausmaß des Problems, die Arbeitsbedingtheit und die Risikofaktoren beim Entstehen von Beschwerden der oberen Extremitäten an Arbeitsplätzen mit Verwaltungstätigkeiten gibt eine jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) konzipierte und durchgeführte Studie Aufschluss.

Zwar dokumentierten andere Untersuchungen die berufliche Belastung durch Bildschirmarbeit, ließen jedoch einige Fragen offen. So wurden Arbeitsplatzausstattung und Ergonomie nur in geringem Maße erfasst. Die genaue Verteilung der Beschwerden im Bereich der oberen Extremitäten wurde für die verschiedenen Altersgruppen und zwischen den Geschlechtern nicht präzise erhoben. Diese methodische Lücke schließt die jetzt veröffentlichte Querschnittuntersuchung mit mehr als 1000 Teilnehmenden. Sie liefert verlässliche Angaben über die Beschwerdesituation bei Bildschirmtätigkeiten und empfiehlt sich gleichzeitig als Referenzstudie für vergleichbare Studien und Betriebe.

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Insgesamt wurden 1065 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Labor-, Büro- und Fertigungsarbeitsplätzen mit Bildschirmarbeit in nordrhein-westfälischen Werken des Chemiekonzerns DuPont untersucht und befragt. Diese Erhebung bestand aus drei Modulen: einem Fragebogen über die Beschwerdesituation an Armen, Händen, Rücken und Nacken, einer Checkliste zur Ergonomie des Arbeitsplatzes und einem medizinischen Erhebungsbogen speziell zur Erfassung von Erkrankungen im Bereich der oberen Extremitäten. Dieses Methodeninventar lässt sich perspektivisch bei ähnlichen Studien einsetzen.

Von zentraler Bedeutung ist, inwieweit sich die Angaben über Beschwerden von denen aus anderen Berufsgruppen oder Gesamtbevölkerung unterschieden. Dazu wurde die Häufigkeit von Beschwerden in den Händen, Armen, Schultern und im Nacken als Lebenszeit-, 12-Monats-, Monats, Wochen- und Punktprävalenz differenziert nach Alter, Geschlecht und ausgeübter Tätigkeit ermittelt und mit Angaben zur Fehlerbreite dargestellt.

Dabei waren Nacken- und Schulterbeschwerden am häufigsten: Über 54 % beziehungsweise über 36 % der Untersuchten gaben an, in den letzten 12 Monaten dort beeinträchtigt gewesen zu sein. Weitere Befunde weisen beispielsweise gehäuft Nackenbeschwerden bei Frauen oder eine Zunahme von Schulterbeschwerden mit höherem Alter nach und ordnen die Beschwerden spezifischen medizinischen Diagnosen zu.

Mit diesen Befunden liefert die Studie Vergleichsangaben für andere Betriebe, die sich im Rahmen von betrieblichen Untersuchungen einen Überblick über die körperlichen Beschwerden ihrer Mitarbeiter machen wollen. Schwerpunkte für Präventionsansätze können so begründet werden. Weiterhin kann das Datenmaterial Grundlage für neue Studien sein, indem es als externe Kontrollgruppe genutzt wird.

Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund/Berlin, Fb 1082: Hj. Gebhardt, A. Klußmann, P. Dolfen, M. A. Rieger, F. Liebers, B. H. Müller: Beschwerden und Erkrankungen der oberen Extremitäten an Bildschirmarbeitsplätzen. 128 S., ISBN 3-86509-594-7, EUR 14,50. - Zu beziehen beim Wirtschaftsverlag NW, Postfach 10 11 10, 27511 Bremerhaven, Tel.: 0471/945 44 61, Fax 0471/945 44 88.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de

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