Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nationale Nährstoffempfehlungen "verwirrend für Verbraucher"

12.07.2007
Wie aus einer europaweiten Umfrage hervorgeht, variieren nationale Empfehlungen für Folsäure und andere Mikronährstoffe in Europa stark und stiften Verwirrung bei Verbrauchern und den Beschäftigten des Gesundheitssektors.

Die Untersuchung wurde von dem neu initiierten Exzellenznetzwerk EURRECA durchgeführt. In den kommenden Jahren wird dieses EU-Projekt mit Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern und anderen Interessengruppen zusammenarbeiten, um Nährstoffrichtlinien aufzustellen, die sich auf die neusten Forschungsarbeiten stützen und schnell in nationale Politiken umgesetzt werden können.

Der Begriff "Mikronährstoff" bezieht sich auf Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, die unser Körper in winzig kleinen Mengen benötigt, um richtig zu funktionieren. Derzeit stellen verschiedene Länder ihre Empfehlungen darüber zusammen, wie viel wir von diesen Mikronährstoffen in den verschiedenen Lebensphasen brauchen. Das bedeutet, dass sie nicht immer die neusten wissenschaftlichen Informationen widerspiegeln. Außerdem geben manche Länder Leitlinien für alle Erwachsene heraus, während andere hierbei zwischen Männern und Frauen unterscheiden. Auch die Altersgruppen für Kleinkinder und Kinder sind nicht einheitlich.

"Es ist kein Wunder, dass unter den Verbrauchern in Europa Verwirrung herrscht", kommentierte Professorin Lisette de Groot von der Universität Wageningen, eine der Autorinnen der Umfrage.

... mehr zu:
»Mikronährstoffe

Folsäure ist ein gutes Beispiel für die Unterschiede, die man zwischen den einzelnen nationalen Empfehlungen finden kann. Hier gibt es auch oft große Diskrepanzen zwischen den jüngsten wissenschaftlichen Empfehlungen und den nationalen Richtlinien.

"Wissenschaftler sind sich allgemein einig, dass Frauen im gebärfähigen Alter, die schwanger werden wollen, zusätzlich 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag zu sich nehmen sollten, um Neuralrohrdefekte bei ihren Babys zu bekämpfen", erklärte Professorin Helene McNulty von der Universität Ulster. Jedoch versäumen es viele nationale Richtlinien, Informationen für die spezifische Kategorie "Frauen mit Kinderwunsch" zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich variieren die Richtlinien bezüglich schwangerer Frauen in Europa beträchtlich: von 300mcg pro Tag im Vereinigten Königreich bis zu 600mcg pro Tag in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die tägliche Einnahme von 600mcg entspricht auch der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO.

"In ähnlicher Weise berücksichtigt die Standardempfehlung für die Einnahme von Folsäure durch Erwachsene (Männer und Frauen) nicht die neue Rolle, die das Vitamin bei der Reduktion von Homocystein spielt, einem wichtigen Risikofaktor bei Herzerkrankungen und vor allem bei Schlaganfällen", fügte Professor McNulty hinzu.

Zielsetzung des EURRECA-Projekts, dessen vollständiger Titel "Aligning nutrient recommendations across Europe with special focus on vulnerable groups and consumer understanding" (Abstimmung der Nährstoffempfehlungen in Europa mit einem speziellen Schwerpunkt auf gefährdeten Gruppen und Verbraucherverständnis) lautet, ist es, sich mit diesem Problem zu befassen, indem ein Rahmen für vereinheitlichte Empfehlungen für Mikronährstoffe geschaffen wird. Es wird sich vor allem auf vorrangige Mikronährstoffe wie Vitamin D und Eisen konzentrieren, sowie auf Personengruppen, die auf Nährstoffmangel empfindlich reagieren, wie schwangere und stillende Frauen, Kinder und ältere Menschen. Das Projekt führt 34 Organisationen in 17 Ländern zusammen und wird über das Sechste Rahmenprogramm der EU unter dem vorrangigen Themenbereich 'Lebensmittelqualität und -sicherheit' gefördert.

"Das ist eine große Aufgabe und das EURRECA-Netzwerk unterschätzt die vor ihm liegenden Herausforderungen nicht", sagte Projektkoordinator Dr. Loek Pijls vom International Life Science Institute. "Über den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Ernährungswissenschaftlern, Lebensmittelstandardbehörden und nationalen Berufsverbänden werden wir einen Rahmen schaffen, der die Spitzenwissenschaft vorantreibt und die schnelle Umsetzung durch die Agenturen in Empfehlungen möglich macht.

Die Verbraucher Europas haben ein Recht auf die besten verfügbaren Nährwertinformationen, sodass sie besser informiert ihre Nahrungsmittel auswählen können, unabhängig davon, wo sie leben und in welcher Lebensphase sie sich gerade befinden."

Für weitere Informationen über das EURRECA-Projekt kontaktieren Sie bitte:
http://www.eurreca.org/
Für Informationen über Lebensmittelforschung unter dem RP6 besuchen Sie bitte:
http://cordis.europa.eu/food/home.html

| CORDIS Pressedienst
Weitere Informationen:
http://www.eurreca.org/
http://cordis.europa.eu/food/home.html

Weitere Berichte zu: Mikronährstoffe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie