Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Akute Hepatitis C: Warum der schmale Grat zwischen Resistenz und chronischer Erkrankung?

11.07.2007
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekt zur Hepatitis-C-Virus-Infektion: Einrichtung eines neuen nationalen Forschungsverbunds mit zentraler Koordinationsstelle in Frankfurt

Die Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) stellt trotz bedeutender Fortschritte bei der antiviralen Therapie eine medizinische Herausforderung dar, die mit hohen sozioökonomischen Belastungen für das Gesundheitssystem verbunden ist. Allein in Deutschland wird von mindestens 500.000 HCV-infizierten Individuen ausgegangen. Bei 50 bis 90 Prozent der Betroffenen kommt es zu einem chronischen Verlauf der HCV-Infektion, der mit dem Risiko der Entwicklung einer Leberzirrhose und eines Leberzellkarzinoms assoziiert ist. Durch die derzeitig verfügbare antivirale Therapie mit pegyliertem Interferon-alfa in Kombination mit Ribavirin kann bei lediglich der Hälfte der chronisch infizierten Patienten das HCV dauerhaft eliminiert werden.

Warum es bei einigen Patienten nach akuter HCV-Infektion zu einer kompletten Ausheilung, in den meisten Fällen aber zu einer anhaltenden Infektion kommt, ist weitestgehend unbekannt. Zur Erforschung eben dieser Resistenz, beziehungsweise Empfänglichkeit des Menschen gegenüber der HCV-Infektion hat sich nun ein neuer nationaler Forschungsverbund aus führenden, in Deutschland tätigen Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. S. Zeuzem zusammengeschlossen. Die Spezialisten sind auf dem Gebiet der HCV-Immunologie und Molekularbiologie ausgewiesen. Dem Verbund, dem auch weitere Hepatologen der Medizinischen Klinik I der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt angehören, wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Förderung von 2,7 Mio. Euro für eine dreijährige Förderperiode zugesagt.

"Eine detaillierte Kenntnis der Determinanten, die eine Veranlagung zu einer ,natürlichen Resistenz' gegenüber einer anhaltenden HCV-Infektion bedingen, ist für die Entwicklung eines prophylaktischen Impfstoffes, beziehungsweise Verbesserung der derzeitigen antiviralen Therapie von größter Bedeutung", erklärt der Sprecher der zentralen Koordinationsstelle des Verbunds in Frankfurt, Prof. Dr. Stefan Zeuzem, zugleich Direktor der Medizinischen Klinik I am Frankfurter Universitätsklinikum.

... mehr zu:
»HCV »HCV-Infektion

Zwei Arbeitsgruppen in Frankfurt, die Gruppe der Medizinischen Klinik I am Frankfurter Universitätsklinikum unter der Leitung von Prof. Dr. C. Sarrazin und die zentrale Koordinationsstelle unter der Leitung von Prof. Zeuzem und Dr. Wolf Peter Hofmann, beteiligen sich neben sieben weiteren Arbeitsgruppen an dem Forschungsverbund. Der Zusammenschluss erfolgte im Rahmen einer Ausschreibung des Gesundheitsforschungsprogramms "Forschung für den Menschen" der Bundesregierung mit dem Titel "Forschungsnetze zu Empfänglichkeit und Resistenz gegenüber Infektionen". Der unter dem Titel "Host and viral determinants for susceptibility and resistance to hepatitis C virus infection" eingereichte Projektantrag wurde von externen Gutachtern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) positiv bewertet.

Neben den beiden Frankfurter Forschergruppen setzt sich der Forschungsverbund aus den folgenden sieben Arbeitsgruppen an sechs weiteren Hochschulkliniken zusammen: der Charité Universitätsmedizin Berlin (Prof. Dr. T. Berg), dem Universitätsklinikum Bonn (Prof. Dr. U. Spengler), dem Universitätsklinikum Essen (Prof. Dr. M. Roggendorf), dem Universitätsklinikum Freiburg (Prof. Dr. R. Timme), der Medizinischen Hochschule Hannover (PD Dr. H. Wedemeyer, Dr. M. Cornberg), dem Universitätsklinikum Heidelberg (Prof. Dr. R. Bartenschlager), und dem Klinikum der Ludwigs-Maximilans-Universität München (Prof. Dr. H. Diepolder).

Es besteht Konsens darüber, dass eine natürliche Resistenz gegenüber HCV sowohl von wirts- als auch viruseigenen Faktoren bestimmt wird. Im Hinblick auf Wirtsfaktoren konnte eine deutliche Assoziation der Stärke und Polyklonalität der zellulären und humoralen Immunantwort mit der erfolgreichen Viruselimination nachgewiesen werden. Im Gegenzug scheint HCV befähigt zu sein, frühe Mechanismen der nicht-adaptiven Immunantwort zu antagonisieren und somit eine chronische Infektion zu begünstigen.

Als Grundvoraussetzung sollen in dem Projekt prospektiv Patienten-Kohorten erweitert werden, die in bereits bestehenden nationalen Netzwerken, insbesondere dem Kompetenznetz für Hepatitis, zusammengeführt wurden. Patientendaten und Materialbanken werden anonymisiert und entsprechend den Vorgaben der entsprechenden Ethikkommissionen ergänzt. Durch einen multidisziplinären Ansatz mit der zentralen Koordinationsstelle für Patientenmaterial und translationale Aktivitäten in Frankfurt werden im Projekt wesentliche immunologische und molekularbiologische Faktoren beleuchtet, die nach heutigem Wissensstand im Zusammenhang mit der Resistenz und Empfänglichkeit gegenüber der HCV-Infektion stehen.

Für weitere Informationen:

Dr. med. Wolf Peter Hofmann / Prof. Dr. med. S. Zeuzem
Medizinische Klinik I
Klinikum der J. W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (069) - 63 01 - 51 22
Fax (069) - 63 01 - 64 48
E-Mail hofmann@med.uni-frankfurt.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage, | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

Weitere Berichte zu: HCV HCV-Infektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics