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Trichinellose-Gefahr durch lokal hergestellte Rohwürste aus Osteuropa

10.07.2007
Rohwurst und Rohschinken gehören nicht ins Reisegepäck

Die Trichinellose ist in Deutschland selten geworden, seit jedes Schwein bei der Schlachtung auf Trichinen untersucht wird. Vereinzelte Erkrankungsfälle, die in der jüngeren Vergangenheit aufgetreten sind, standen in engem Zusammenhang mit dem Verzehr von Fleischprodukten aus Risikogebieten in Osteuropa.

So erkrankten im Januar 2007 drei Familienmitglieder nach einem Aufenthalt bei Verwandten in Rumänien. Als Infektionsquelle wurde Rohwurst und Schinken eines Schweines identifiziert, das zu Hause geschlachtet worden war. Mehr als 170 Personen erkrankten kürzlich in der polnischen Urlaubsregion Westpommern an Trichinellose. Ursache für den Ausbruch sind mit großer Wahrscheinlichkeit mit Trichinellen kontaminierte Rohwürste (Rohpolnische), die nur lokal verkauft und in der Zwischenzeit vom Hersteller vom Markt genommen wurden.

Erkrankungsfälle bei deutschen Urlaubern sind bisher nicht bekannt geworden. Die Beispiele zeigen, dass ein Gesundheitsrisiko bestehen kann, wenn die Vorschriften für die Herstellung von Lebensmitteln nicht konsequent eingehalten werden und trichinenhaltiges Fleisch zur Herstellung von Wurstwaren verwendet wird. "In osteuropäischen Ländern, die ein erhöhtes Trichinellose-Risiko haben, können Reisende sich selbst schützen, indem sie auf den Verzehr von rohem Fleisch oder daraus hergestellten Produkten, wie Rohwurst oder Rohschinken verzichten", empfiehlt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Touristen sollten aus diesen Ländern auch keine Rohwurst oder Rohschinken mit nach Hause nehmen.

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»Trichinellose

Die Trichinellose (Syn. Trichinose) ist eine seltene, aber gefährliche lebensmittelbedingte Infektionserkrankung. Sie wird durch Fadenwürmer der Gattung Trichinella verursacht. Über rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch, aber auch über Rohwürste, die aus dem Fleisch befallener Schweine hergestellt wurden, können die im Muskelfleisch enthaltenen Larven vom Menschen aufgenommen werden. Sie reifen in der Schleimhaut des Dünndarms zu Fadenwürmern und produzieren dort Larven, die in das Muskelgewebe einwandern. Anzeichen einer Infektion sind im Anfangsstadium Mattigkeit, Schlaflosigkeit, Durchfall und Erbrechen. Nach etwa ein bis zwei Wochen treten die typischen Symptome wie Muskelverhärtung, Muskelschmerzen und Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gesicht auf.

In der Europäischen Union ist die Untersuchung von Schweinen auf Trichinen deshalb vorgeschrieben. Hausschweinebestände in Deutschland sind bis auf ganz seltene Einzelfälle trichinenfrei. In anderen Ländern (wie z.B. Rumänien, Polen, Kroatien, Serbien, Litauen, Lettland) können dagegen sowohl Haus- als auch Wildschweine mit diesem Parasiten infiziert sein.

Rohes Fleisch oder daraus hergestellte Produkte, wie Rohwurst oder Rohschinken sollten in diesen Ländern vorsorglich nicht verzehrt werden und gehören auch nicht ins Reisegepäck.

Trichinen-Larven im Schweinefleisch werden abgetötet, wenn Fleisch über 20 Tage bei mindestens -15°C eingefroren wird. Die Stücke dürfen dabei nicht dicker sein als 15 Zentimeter, um die Temperatur im Kern zu erreichen. Die Larven werden auch beim Kochen und Braten abgetötet, wenn das Fleisch so hoch erhitzt wird, dass die Farbe im Kern grau ist. Bei Krankheitssymptomen sollten betroffene Personen unbedingt einen Arzt aufsuchen und diesem von dem Verzehr der fraglichen Wurstwaren berichten. Der Arzt kann dann abklären, ob die Symptome auf eine Trichinellose zurückzuführen sind oder ob es sich um einen vergleichsweise harmlosen grippalen Infekt handelt, der mit ähnlichen Beschwerden einhergeht.

Weitere Informationen zur Erkennung, Behandlung und Verhütung der Trichinellose enthält ein Merkblatt für Ärzte, das auf der Homepage des BfR (http://www.bfr.bund.de) unter dem Menupunkt Publikationen/Merkblätter für Ärzte zur Verfügung steht.

Dr. Irene Lukassowitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de
http://www.bfr.bund.de/cm/238/trichinellose_erkennung_behandlung_und_verhuetung.pdf

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