Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Beweglichkeit, weniger Schmerzen

05.07.2007
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg optimiert minimal-invasive Operationsmethode für Schultergelenke

Eine innovative und schonende Operationsmethode bei schmerzhaften Schultern, die nur in wenigen Kliniken praktiziert wird, ist jetzt auch an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg etabliert worden. Dabei wird die eingerissene Muskel- und Sehnenmanschette des Schultergelenks schonend durch einen "Schlüsselloch-Zugang" genäht; die Patienten können ihren Oberarm wieder sicher und schmerzfrei ohne Einschränkungen bewegen.

Die Einführung der Operationsmethode wurde durch einen Studienaufenthalt des Heidelberger Orthopäden Priv. Doz. Dr. Philip Kasten am ALPS Surgery Institute im französischen Annecy bei dem internationalen Spezialisten Dr. Laurent Lafosse mög-lich. Mit Hilfe eines Stipendiums in Höhe von 12.000 Euro, das die Manfred-Lautenschläger-Stiftung zur Verfügung stellte, konnte er dort drei Monate als Gastarzt und Wissenschaftler verbringen.

"Komplexe Operationen an Gelenken erfolgen heute ohne große Schnitte mit Hilfe eines Endoskops, das von außen in das Gelenk eingeführt wird", erklärt Prof. Dr. Markus Loew, Leiter der Sektion der Schulter und Ellenbogenchirurgie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Und: "Bei ausgekugelten Schulergelenken setzen wir diese Technik schon seit Jahren erfolgreich ein." Der Vorteil liegt darin, dass nur kleine Hautschnitte notwendig sind und dadurch Schmerzen und Einschränkungen nach der Operation gering gehalten werden können. Diese Techniken sind nunmehr für alle großen und mittelgroßen Gelenke in der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg etabliert.

... mehr zu:
»Gelenk »Schmerzen

Handlungsbedarf wurde seitens der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg bei der minimal-invasiven Behandlung der "Rotatorenmanschetten-Ruptur" gesehen. Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskelsehneneinheiten, die den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne stabilisieren und bewegen. Die Sehnen können am Ansatz des Oberarmkopfes durch einen Unfall oder durch Abnutzung reißen; die Folgen sind Schmerzen und Kraftverlust bei der Bewegung des Armes. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen.

Bei der bislang üblichen und bewährten Operationsmethode werden Haut und Mus-kel durchtrennt, um zu der gerissenen Sehne zu gelangen und diese zu vernähen. Die Langzeitergebnisse sind gut und reproduzierbar. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Sehnen der Rotatorenmanschetten auch endoskopisch/arthroskopisch zu nähen. Mittel- und langfristige Ergebnisse dieser Verfahren zeigen, dass die klinischen Ergebnisse vergleichbar dem traditionellen Verfahren, die Beweglichkeit aber besser und die Schmerzen nach der Operation geringer sind.

Dr. Laurent Lafosse und seine beiden Partner, Dr. Bruno Toussaint und Dr. Jerome Bahuel, gehören mit jährlich 2500 Operationen am Arm in Annecy weltweit zu den Koryphäen auf diesem Gebiet. Einen großen Anteil machen mit ca. 500 Operationen arthroskopische Rotatorenmanschettennähte aus. In Heidelberg konnten mittlerweile zahlreiche Patienten mit dem neuen Verfahren erfolgreich behandelt werden.

Ansprechpartner:

Priv.-Doz. Dr. med. Philip Kasten
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin, Chirotherapie
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Schlierbacher Landstraße 200a, 69118 Heidelberg
Tel. 0 62 21/96 5, Fax: 0 62 21/96 63 47
E-.Mail: Philip.Kasten@ok.uni-heidelberg.de

Norbert Dörholt | idw
Weitere Informationen:
http://www.orthopaedie.uni-hd.de

Weitere Berichte zu: Gelenk Schmerzen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie