Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuckerfressende Tumore individueller behandeln

02.07.2007
Viele Tumore benötigen für ihr unkontrolliertes Wachstum besonders viel Energie, die sie als Zucker aufnehmen. Dresdner Wissenschaftler haben in aktuellen Untersuchungen herausgefunden, dass Tumore mit hohem Zuckerverbrauch auf eine Steigerung der Dosis einer Strahlentherapie besser ansprechen als weniger aktive Tumore mit geringerem Stoffwechsel. Damit rückt das Dresdner Zentrum OncoRay dem Ziel ein Stück näher, durch eine individualisierte Diagnostik und Strahlentherapie Krebserkrankungen in Zukunft besser heilen zu können.

Der erhöhte Zuckerstoffwechsel von Tumoren und möglicher Metastasen kann mit dem modernen bildgebenden Verfahren der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) räumlich dargestellt werden. Bereits heute wird bei den meisten PET-Untersuchungen ein radioaktiv markierter Zucker verabreicht, dessen Strahlung außerhalb des Körpers gemessen wird. Anders als bei der Computer-Tomographie (CT) oder der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), bei denen in erster Linie die anatomischen Körperstrukturen dargestellt werden, bildet die PET Stoffwechselvorgänge, also Körperfunktionen, ab. So ist die PET die empfindlichste Methode zur Auffindung und Darstellung von Tumoren im Körper ohne einen direkten Eingriff.

Ein gemeinsames Wissenschaftlerteam vom Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD), vom Dresdner Zentrum für Innovationskompetenz für die medizinische Strahlenforschung OncoRay sowie den Kliniken für Nuklearmedizin und für Strahlentherapie des Universitätsklinikums untersuchte die Beziehung zwischen Zuckerstoffwechsel und der Tumorreaktion auf Strahlentherapie. Hierzu wurden Tumore der Kopf-Hals-Region auf Mäuse transplantiert und zunächst mit der PET-Methode untersucht, um genaue Aussagen über den Zuckerstoffwechsel jedes einzelnen Tumors treffen zu können. Direkt im Anschluss daran fand die Bestrahlung statt, wobei zwei Gruppen gebildet wurden. Die erste erhielt eine geringere Strahlendosis, die zweite Gruppe eine höhere Dosis.

Es zeigte sich, dass Tumore, die viel Zucker verstoffwechseln, auch empfindlicher auf die höhere Strahlendosis reagieren. Zwar müssen weitere Untersuchungen folgen, doch Prof. Michael Baumann, Sprecher vom Dresdner OncoRay-Zentrum, freut sich schon jetzt über diese neuesten Untersuchungsergebnisse, die im Rahmen des von der EU geförderten Forschungsprojektes "BioCare" erzielt wurden: "Diese Daten zeigen, dass biologische Informationen, wie sie mit der PET dargestellt werden können, äußerst vielversprechend sind, um in der Zukunft eine individuelle biologische Anpassung der Krebstherapie für den einzelnen Patienten zu ermöglichen".

... mehr zu:
»Strahlentherapie »Tumor
Veröffentlichung:
C. Schütze, R. Bergmann, A. Yaromina, F. Hessel, J. Kotzerke, J. Steinbach, M. Baumann, B. Beuthien-Baumann: "Effect of increase of radiation dose on local control relates to pre-treatment FDG uptake in FaDu tumours in nude mice", in: Radiotherapy & Oncology 83 (2007), S. 311 - 315.
Weitere Informationen:
Prof. Michael Baumann - Sprecher von OncoRay
OncoRay® - Center for Radiation Research in Oncology
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden
Fetscherstr. 74, 01307 Dresden
Tel.: 0351 458 - 5288
Fax: 0351 458 - 1277
Email: michael.baumann@oncoray.de
http://www.oncoray.de
Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Bautzner Landstr. 128, 01328 Dresden
Tel.: 0351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 - 2700
c.bohnet@fzd.de
http://www.fzd.de
Weiterführende Information:
Etwa 415.000 Menschen erkranken jedes Jahr allein in Deutschland an Krebs. Bei mehr als 50 Prozent der Patienten kommt die Strahlentherapie zum Einsatz. Bei 40% aller Heilungen von Krebserkrankungen ist die Strahlentherapie die alleinige Behandlung oder wesentlicher Bestandteil der Therapie. Die Vision des Dresdner Zentrums OncoRay ist es, die Heilungschancen von Krebspatienten zu verbessern.

Das Zentrum für Innovationskompetenz für die medizinische Strahlenforschung in der Onkologie, kurz "OncoRay", ist ein Zusammenschluss von drei Dresdner Einrichtungen: Technische Universität Dresden, Forschungszentrum Dresden-Rossendorf und Universitätsklinikum Dresden. Es ist an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden angesiedelt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Freistaat Sachsen mit bislang rund 13 Millionen Euro gefördert. Insgesamt arbeiten in verschiedenen Arbeitsgruppen, von denen 4 vollständig neu eingerichtet wurden, etwa 40 Wissenschaftler gemeinsam an folgenden Fragestellungen:

- Grundlegendes Verständnis von Krebsentstehung und -wachstum
- Bessere Darstellung von Tumoren und Metastasen mit bildgebenden Verfahren und auf molekularer Ebene
- Entwicklung von biologischen Medikamenten, die spezifisch die Wirksamkeit von Strahlen auf Tumorzellen erhöhen oder gesunde Gewebe vor Strahlen schützen

- Technologisch optimale, individuelle Bestrahlung von Tumoren und Metastasen.

Dr. Christine Bohnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzd.de
http://www.oncoray.de

Weitere Berichte zu: Strahlentherapie Tumor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

nachricht Stammzell-Transplantation: Aktivierung von Signalwegen schützt vor gefährlicher Immunreaktion
20.04.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung