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Neue Leitlinien zur Behandlung von Bluthochdruck

02.07.2007
Bluthochdruck (Hypertonie) ist die Volkskrankheit Nr. 1. Fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet unter Bluthochdruck - viele davon, ohne es zu wissen. Um den Ärzten, die potentielle Risiko-Patienten behandeln, aktuelle Richtlinien an die Hand zu geben, wurden die bestehenden Leitlinien (Guidelines) zur Behandlung der arteriellen Hypertonie überarbeitet.

Als einziges deutsches Mitglied des Europäischen Guideline Committees hat Prof. Dr. Roland E. Schmieder, Extraordinarius an der Medizinischen Klinik 4 des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Kai-Uwe Eckardt), an den Richtlinien mitgearbeitet. Sie sind weltweit der meist zitierte Artikel der Medizin.

Wenn Bluthochdruck-Folgekrankheiten - wie z. B. Durchblutungsstörungen der Gefäße mit Schäden für die Augen, das Gehirn, der Nieren oder des Herzens - auftreten, ist es meistens zu spät. Erst bei der Diagnose Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes wird der schon lange bestehende Bluthochdruck erkannt.

Dann kann nur noch versucht werden, dass diese Folgekrankheiten zu möglichst geringen Einschränkungen der Lebensqualität führen. Die Europäische Hypertonie Gesellschaft (European Society of Hypertension) hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology) die bestehenden Guidelines (Guidelines for the Management of Arterial Hypertension) in einer "Task Force" überarbeitet und dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst.

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Im Jahr 2003 wurden erstmals Europäische Guidelines mit Empfehlungen für die Diagnose und Therapie von Bluthochdruck veröffentlicht. In den vier Jahren seit den letzten Guidelines sind viele Langzeitstudien (prospektive Studien) veröffentlicht worden, die eine Korrektur in mehreren Bereichen der bestehenden Leitlinien erforderlich gemacht haben. Z. B. wurde der Diagnostikteil von frühen Endorganschäden erweitert und in den Vordergrund gehoben. Hinzugefügt wurde auch die Pulswellengeschwindigkeit als einen Marker für vaskuläre Schäden. Der Test auf Mikroalbuminurie im Urin sollte zukünftig bei jedem Hypertoniker erfolgen. Er wurde jetzt in die Routinediagnostik mit aufgenommen. Bei der Therapie werden nun konkretere Hilfen gegeben, wann mit einer Mono- und wann mit einer Kombinationstherapie gestartet werden sollte.

Es ist geplant, spätestens bis zum Kongress der Deutschen Hochdruckliga im Herbst ein Update auch in Deutsch herauszugeben. Diese autorisierte Übersetzung der englischsprachigen Ver­sion wird das Wesentliche enthalten, ohne die erklärenden Kommentare. Weiter Informationen können über die Homepage der Europäischen Society of Hypertension unter http://www.eshonline.org abgerufen werden. Dort kann die neueste Version der Guidelines heruntergeladen werden (J. Hypertens 2007; 25:1105-1187).

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Roland E. Schmieder
Tel: 09131 85-36245
roland.schmieder@rzmail.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.eshonline.org

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