Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leben mit chronischen Erkrankungen: BMBF fördert Projekt unter Federführung der RUB

26.06.2007
"Altehrwürdig": Leben mit chronischen Erkrankungen
Forscherverbund unter Federführung der RUB startet im Herbst
BMBF fördert Projekte zur "Gesundheit im Alter"

Immer mehr Menschen in Deutschland werden älter, damit steigt auch die Zahl der Patienten, die an zwei oder mehr chronischen Erkrankungen leiden ("Multimorbidität"). Bereits jetzt sind in Deutschland etwa 60 Prozent der über 55-jährigen und etwa 80 Prozent der über 80-jährigen betroffen.

Um Multimorbidität wirksam zu bekämpfen, entwickeln Mediziner in fachübergreifenden Projekten neue Therapieansätze und Versorgungsstrukturen. Mit 2,8 Millionen Euro für zunächst drei Jahre fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen interdisziplinären Forscherverbund unter Federführung der Ruhr-Universität Bochum: "Priscus" (altehrwürdig) startet im Herbst; der Forscherverbund hat sich als eins von sechs Projekten unter 40 Mitbewerbern im BMBF-Programm "Gesundheit im Alter" durchgesetzt.

Projekt von fünf Hochschulen

... mehr zu:
»BMBF »RUB

Sprecher von Priscus ist der Bochumer Biometriker Prof. Dr. Hans Joachim Trampisch (Medizinische Fakultät der RUB). Als Partner kooperieren in diesem Verbund renommierte Wissenschaftler und Ärzte von sieben Instituten und Kliniken aus fünf Hochschulen in Bochum, Hannover, Witten/Herdecke, Münster und Bielefeld.

Gezielte Lösungen für Ältere

Ziel von Priscus ist, ein Modell zur gesundheitlichen Versorgung von älteren Menschen mit mehrfachen chronischen Erkrankungen zu entwickeln. Neue Versorgungsstrukturen und Therapiestandards müssen gezielt auf die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung abgestimmt sein und qualitativ hochwertige Behandlungen ermöglichen. Das klassische "Chronic Care Model" der Medizin reicht dafür nicht aus, zielt es doch hauptsächlich auf Patienten mit einer einzigen chronischen Erkrankung ab. Gleichzeitig stehen die Kostenträger vor der Herausforderung, knappe Ressourcen in einer alternden Gesellschaft gerecht zu verteilen. Immer weniger junge Menschen finanzieren mit ihren Versicherungsbeiträgen die steigenden Behandlungskosten der Älteren.

Priscus deckt alle Themen ab

Im Projekt Priscus kooperieren Institute und Kliniken, die das gesamte Spektrum der relevanten Themen umfassen - von der Allgemein-, der Alters- und Sportmedizin über Pharmakologie und Sozialmedizin bis zur Gesundheitsökonomie. Fachübergreifend erforschen sie unter anderem die hausärztliche Versorgung und die "Lotsen-Funktion" des Hausarztes, neue Behandlungsstandards für ältere Patienten sowie den Einfluss der körperlichen Aktivität auf die Gesundheit. Ergänzt wird das Projekt um Aspekte der Medikamentenversorgung und der - eingeschränkten - Lebensqualität durch Multimorbidität sowie um neue gesundheitsökonomische Modelle. Notwendige Daten kommen zum großen Teil aus der getABI-Studie mit 6.880 Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren, die seit 2001 von Sanofi-Aventis, Berlin ("Unresticted Educational Grant") unterstützt wird. Die Datenzentrale von getABI, einer der größten epidemiologischen Studien im hausärztlichen Bereich in Deutschland, befindet sich in Bochum.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hans Joachim Trampisch, Sprecher des Verbundprojekts Priscus, Abteilung Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Medizinische Fakultät der RUB, Tel. 0234/32-27790, E-Mail: hans.j.trampisch@rub.de

Programm "Gesundheit im Alter" des BMBF: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/1381.php

Partner im Verbundprojekt

Partner im Verbundprojekt Priscus ("Prerequisites for a new health care model for elderly people with multi-morbidity") und ihre konkreten Forschungsthemen sind:

- die Abteilung Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (Prof. Dr. Eva Hummers-Pradier): hausärztliche Versorgung

- die Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation, Klinikum der RUB (Prof. Dr. Ludger Pientka): Entwicklung neuer Behandlungsstandards

- der Lehrstuhl für Sportmedizin der RUB (Prof. Dr. Petra Platen): Einfluss der körperlichen Aktivität auf die Gesundheit

- der Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie der Universität Witten/Herdecke (Prof. Petra Thürmann): Verbesserung der medikamentösen Versorgung älterer Menschen

- das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Prof. Dr. Klaus Berger): Auswirkungen der Mehrfacherkrankungen auf die Lebensqualität der Patienten

- die Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement der Universität Bielefeld (Prof. Dr. Wolfgang Greiner): gesundheitsökonomische Modelle

- die Abteilung Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der RUB (Prof. Dr. Hans Joachim Trampisch): Datenzentrale der getABI-Studie (German Epidemiological Trial on Ankle Brachial Index), unterstützt von Sanofi-Aventis, Berlin ("Unresticted Educational Grant")

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/1381.php

Weitere Berichte zu: BMBF RUB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie