Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Medikamente schneller und günstiger auf den Markt

20.06.2007
Mathematische Methoden verbessern das Experimentdesign
RUB-Stochastiker koordinieren neues BMBF-Projekt

Neue Medikamente schneller und günstiger auf den Markt zu bringen hilft das Verbundprojekt SKAVOE (Sicherere und kosteneffizientere Arzneimittelentwicklung unter Verwendung von optimalen Experimentdesigns). Statistische Berechnungen sollen es zum Beispiel erlauben, bei gleicher Aussagekraft der Studien die Zahl der benötigten Probanden zu verringern. Das durch den Lehrstuhl für Stochastik (Prof. Dr. Holger Dette) koordinierte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogramms: "Mathematik für Innovationen in Industrie und Dienstleistungen" mit ca. 700.000 Euro gefördert. Die Bochumer arbeiten gemeinsam mit der RWTH Aachen, der Universität Dortmund, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und den Industriepartnern Bayer-Schering, Novartis Pharma GmbH Nürnberg und Novartis Pharma AG Basel.

Erhöhte Effizienz

Die Entwicklung neuer Medikamente ist eine aufwendige und teure Angelegenheit. Wirkstoffe müssen nicht nur gefunden, sondern auch in verschiedenen Studien getestet werden, um ihre Wirksamkeit und ihre Unbedenklichkeit sicherzustellen und die Marktzulassung zu erhalten. In dem Verbundprojekt werden nun neue mathematische Methoden des Experimentdesigns für die verschiedenen Phasen der Entwicklung eines Medikamentes erarbeitet. "Primäres Ziel ist es, durch optimale Experimentdesigns eine Beschleunigung und Kostenreduktion in der Entwicklung neuer Medikamente für die beteiligten Unternehmen zu erzielen und die Effizienz der verwendeten Auswertungsverfahren signifikant zu erhöhen", erklärt Prof. Dr. Holger Dette.

Weniger Probanden, gleiche Aussagekraft

"Es geht um die Probandenzahl, die für die abschließenden Studien benötigt werden, um die Dosis eines Medikamentes festzulegen." Durch Experimentdesigns könne man zweierlei erreichen: Die Verminderung der Probandenzahl um bis zu 50 Prozent bei gleicher statistischer Genauigkeit und einen früheren Signifikanznachweis, wodurch sich einer frühere Marktreife des Produkts ergibt. Die Forscher berechnen mit mathematischen Optimierungsmethoden das beste Experimentdesign. Das Verbundprojekt fokussiert sich dabei auf unterschiedliche Bereiche des Entscheidungsprozesses (präklinisches genetisches Screening von Substanzen mittels Microarrays, Modellierung von Exposure-Data durch dynamische Modelle der Populations-Pharmakokinetik (Abbau eine Wirkstoffs nach der Medikamenteneinnahme), klinische Dosis-Findungsstudien), die die zukünftigen Arzneimittelentwicklungen erheblich beeinflussen werden.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Holger Dette, Lehrstuhl für Stochastik, Fakultät für Mathematik der RUB, Tel. 0234/32-23284, holger.dette@rub.de, http://www.ruhr-uni-bochum.de/mathematik3

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/mathematik3

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie