Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hilfe für Hyperaktive

20.06.2007
Das "Integrative Zentrum zur Förderung hyperkinetischer Kinder" entwickelt seit zehn Jahren Therapiemöglichkeiten für Menschen mit ADHS

Ein Kind lässt sich leicht ablenken, kann nicht still sitzen, braust schnell auf und neigt zum Handeln, ohne vorher nachzudenken. Die in solchen Fällen häufig gestellte Diagnose lautet: ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom).

"Etwa sechs bis zehn Prozent aller Kinder in Deutschland leiden an entsprechenden Symptomen. Häufig werden sie ausschließlich mit Medikamenten behandelt, was jedoch in vielen Fällen nur vorübergehende Verhaltensveränderungen bewirkt. Erfolgreicher ist eine multimodale Bewältigungsförderung", berichtet Prof. Dr. Otmar Kabat vel Job, Inhaber der Professur Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der TU Chemnitz. Die Besonderheit der multimodalen Bewältigungsförderung ist, dass nicht nur mit den Kindern gearbeitet wird, sondern auch mit ihrem sozialen Umfeld, also etwa der Familie, der Schule und betreuenden Medizinern. Dabei steht die Verbesserung von Ressourcen beim Kind sowie in seinem sozialen Umfeld im Mittelpunkt. Dem Kind werden beispielsweise Techniken zur Steuerung seiner Impulse, Möglichkeiten der Selbststeuerung und des Selbstmanagements und Lerntechniken vermittelt, den Eltern werden mögliche Erziehungsstile gezeigt. Diese Ressourcen sind für die Überwindung der Verhaltensprobleme und Entwicklungsstörungen bei ADHS-lern nötig.

Seit zehn Jahren ist bei der multimodalen Bewältigungsförderung das "Integrative Zentrum zur Förderung hyperkinetischer Kinder" (IZH) unter Leitung von Prof. Kabat vel Job in Chemnitz aktiv. Zur Feier des zehnjährigen Bestehens am 22. Juni 2007 lädt das IZH von 12 bis 18 Uhr in seine Räumlichkeiten in der Ebertstraße 10 in Chemnitz ein. Unter anderem wird zu diesem Anlass eine Therapiegruppe des IZH die schönsten Ausschnitte des Musicals "Cats" aufführen.

... mehr zu:
»ADHS »IZH

Das IZH ist eine Praxiseinrichtung der Jugendhilfe und arbeitet mit 25 Jugendämtern in Sachsen sowie Sachsen-Anhalt zusammen. Mit der Technischen Universität Chemnitz besteht von Beginn an eine Kooperationsvereinbarung. Das IZH erforscht die Ursachen des ADHS und entwickelt Therapiemöglichkeiten für Betroffene. Es ist eng verzahnt mit der Ausbildung in den Psychologiestudiengängen der TU Chemnitz: Im Rahmen von Langzeitpraktika werden die Studierenden für die Realisierung des Behandlungskonzepts des IZH ausgebildet. Im Wintersemester 2007/08 startet am Chemnitz Management Institute of Technology (C-MIT), dem Träger der wissenschaftlichen Weiterbildung an der TU Chemnitz, ein Masterstudiengang "Integrative Lerntherapie - Ressourcenmanagement für Lern- und Entwicklungsförderung im Kindes- und Jugendalter entlang eines Masterplanes".

ADHS-Betroffenen gewährt das IZH eine Wiedereingliederungshilfe: Kinder bis 16 Jahre werden zweieinhalb Jahre lang therapiert, Jugendliche über 16 ein Jahr lang. In die Behandlung wird neben dem Kind auch sein soziales Umfeld einbezogen: das Elternhaus, die Schule, der Hort. Dazu bietet das IZH Weiterbildungen für Lehrer, Gruppentrainings für Eltern, individuelle Beratungen und zentrale thematische Veranstaltungen sowie fachlichen Austausch mit schulpsychologischen Einrichtungen an. Rund 1.000 Kinder und Jugendliche sowie deren Familien haben im IZH in den vergangenen zehn Jahren im Rahmen der Jugendhilfe Betreuung und Förderung erhalten. Seit November 2000 therapiert das Zentrum auch ADHS-betroffene Erwachsene. Bisher nahmen 70 erwachsene ADHS-ler an diesem Training teil. Außer der Stammeinrichtung in Chemnitz gibt es Einrichtungen des IZH in Marienberg, Meißen, Halle-Merseburg, Dessau und Magdeburg.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Otmar Kabat vel Job, Professur Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, Telefon (03 71) 5 31 - 3 64 40, E-Mail prof.kabat-vel-job@phil.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | idw
Weitere Informationen:
http://www.izh-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: ADHS IZH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kostformen im Vergleich: Für Menschen mit Diabetes ist die Mittelmeer-Diät besonders gut geeignet
19.01.2018 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Vielversprechender Malaria-Wirkstoff erprobt
19.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie