Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Schrittmachersystem gegen Vorhofflimmern

08.09.2000


Nach umfangreicher klinischer Erprobung erstmalige Implantation des neuen Herzschrittmachers AT500 nach Marktfreigabe

Mit Hilfe eines neuen Schrittmachersystems können Kardiologen des Universitätsklinikums der Otto - von - Guericke - Universität Magdeburg von nun an den am weitesten verbreiteten Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern und Vorhofflattern, vorbeugen. Am gestrigen Tag wurde das Vorhoftherapiesystem AT500 zum ersten Mal nach der kürzlich erfolgten Marktfreigabe bei einer 66-jährigen Patientin aus Magdeburg implantiert. Durch die Kombination von Diagnostik, Prävention und Terminierung ist jetzt erstmalig eine umfassende Therapie der bisher unzureichend behandelbaren Herzrhythmusstörungen möglich.

Mit ungefähr 5,5 Mio. Betroffenen weltweit ist Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung. Jährlich werden 720.000 neue Fälle diagnostiziert. Beim Vorhofflimmern erhöht sich die Frequenz im Vorhof auf 300 bis 600 Schläge in der Minute, woraufhin die fühlbare Pulsfrequenz zwischen 50 und 200 Schlägen in der Minute schwanken kann.

"Die bisher zur Verfügung stehenden, in der Regel medikamentösen Behandlungsmöglich- keiten führen nur bei etwa der Hälfte der Patienten zu einer Beseitigung oder Besserung der Beschwerden und sind mit teilweise erheblichen Nebenwirkungen behaftet. Aus diesem Grunde stellt die jetzt erreichte Erweiterung des therapeutischen Spektrums eine entscheidende Verbesserung in der Behandlung dar," sagt Dr. Christoph Geller, Oberarzt der kardiologischen Klinik des Universitätsklinikums. Unter Umständen würde sich durch eine effektivere Behandlung der Rhythmusstörung nicht nur die ausgeprägte Symptomatik der Patienten, sondern auch ein Fortschreiten der Grunderkrankung des Herzens und die mit der Rhythmusstörung zusammenhängenden Risiken eines Schlaganfalls bessern lassen, so Geller.

Eine Besonderheit des Gerätes ist die zehnmal höhere Speicherkapazität als bei herkömmlichen Schrittmachern, womit den behandelnden Ärzten umfangreiche Informationen über die Entstehung der Rhythmusstörungen zur Verfügung stehen und somit eine individuell optimale Behandlungsstrategie erarbeitet werden kann.

Weltweit sind bisher mehr als 800 Patienten mit dem AT500 versorgt worden. In den bisher durchgeführten klinischen Studien konnte eine gute Wirksamkeit des Systems in der Verhinderung des Wiederauftretens der Rhythmusstörung und in der Beendigung einer aufgetretenen Rhythmusstörung gezeigt werden. Nach Angaben von Dr. Geller wird jedoch bei einem Teil der Patienten eine kombinierte Behandlung mit dem Schrittmachersystem und einer medikamentösen antiarrhythmischen Therapie sowie der Fortsetzung der blutverdünnenden Therapie erforderlich sein, um einen optimalen Therapieeffekt zu erreichen.

Ansprechpartner:
Dr. Christoph Geller
Oberarzt, Kardiologie
Otto - von - Guericke - Universität Magdeburg
Tel: 0391/6 71 32 15

Kornelia Suske |

Weitere Berichte zu: Rhythmusstörung Schrittmachersystem Vorhofflimmern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops