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Schneller Weg vom Labor in die klinische Praxis - Gründung des Zentrums für Therapieforschung

18.03.2002


Das Städtische Klinikum Braunschweig, die Technische Universität Braunschweig und die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) richten gemeinsam ein Zentrum für Therapieforschung Braunschweig ein. Mit dem Zentrum soll die klinische Forschung vor Ort etabliert werden. Dazu werden die vorhandenen Forschungsmöglichkeiten vernetzt, um sie effektiver zu nutzen. Die Arbeit des Zentrums soll noch im ersten Halbjahr 2002 beginnen.

Ziel des Zentrums sind verbesserte und sichere Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankungen des Menschen. Hierzu gehören die Entdeckung, Entwicklung und Evaluation von Medikamenten, neuen Therapien sowie Verfahren zur Therapieüberwachung. Die Diagnose und die Erforschung der Zusammenhänge von genetischen und umweltbedingten Faktoren bei der Krankheitsentstehung sind weitere zentrale Forschungsinteressen. Die ersten Projekte sollen den infektiologischen Schwerpunkt der GBF aufnehmen und in direktem Kontakt mit der TU und dem Klinikum weiterentwickeln.

Eine der größten Schwierigkeiten biomedizinischer Forschung ist der oft fehlende unmittelbare Kontakt zur Praxis, das heißt zum Patienten und Arzt in der Klinik. Braunschweig besitzt ein ausgeprägtes biomedizinisches Forschungspotenzial mit international ausgewiesenen Gruppen an den beteiligten Einrichtungen. Das Zentrum für Therapieforschung schafft Forschungsmöglichkeiten für Mediziner im Städtischen Klinikum und bessere Ausbildungsmöglichkeiten in der klinischen Pharmazie für die TU Braunschweig. Weiterhin wird Forschergruppen der TU und der GBF ein lokaler Zugang zu Patienten ermöglicht. Die so geschaffene Plattform sichert einen schnellen Weg vom Labor in die klinische Praxis.

Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit die Aus- und Fortbildung von Ärzten, Pharmazeuten und Naturwissenschaftlern verbessert. Durch eine Ringvorlesung der beteiligten Hochschullehrer und durch Praktika in den beteiligten Institutionen wird auch die Attraktivität des Forschungsstandortes Braunschweig für qualifizierte Mediziner und Naturwissenschaftler sowie für Studierende der Naturwissenschaften und der Pharmazie gesteigert.

Das Zentrum für Therapieforschung wird als eingetragener Verein gegründet und den Status eines An-Institutes der TU Braunschweig erhalten. Die Grundfinanzierung sichern die beteiligten Einrichtungen. Eingeworbene Forschungsgelder werden direkt in die Forschungsaktivitäten des Zentrums einfließen. Bei voller Auslastung und erfolgreicher Mitteleinwerbung sollen mittelfristig bis zu 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden. Dem Zentrum wird ein Leiter vorangestellt, den ein Beirat aus den beteiligten Einrichtungen unterstützt. Die Gründung als An-Institut ermöglicht den vollwertigen Status eines Hochschulinstituts. So wird es für Studierende möglich sein, dort Diplom- und Doktorarbeiten zu bearbeiten und abzuschließen.

Vorsitzender des Zentrums für Therapieforschung Braunschweig ist Prof. Dr. Bernhard Wörmann, Chefarzt der medizinischen Klinik für Hämatologie und Onkologie am Städtischen Klinikum Braunschweig. Stellvertreter ist Prof. Dr. Thomas Hartmann, Leiter der Pharmazeutischen Biologie, TU Braunschweig.

Ulrike Rolf | idw

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