Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multicenter-Studie zur Inselzelltransplantation

24.07.2000


Gießener Diabetologen des Zentrums für Innere Medizin als eines von drei außeramerikanischen Zentren mit dabei

Die Medizinische Klinik III und Poliklinik (Komm. Leiter: Prof. Dr. Reinhard Bretzel)der Justus-Liebig-Universität Gießen ist an einer Multicenter-Studie zur Inselzelltransplantation beteiligt, die vom US-amerikanischen National Institute of Health (NIH) gefördert wird. Damit ist die Gießener Arbeitsgruppe im Bereich der Diabetologie, die seit 1992 ein Inselzelltransplantationsprogramm durchführt, neben Genf und Mailand eines von insgesamt nur drei außeramerikanischen Zentren, die in diese Studie eingebunden werden. Dies gab US-Präsident Clinton, der die geplante Studie Mitte Juli in Baltimore vorgestellt hat, in einer Presseerklärung bekannt.

Anlass für die Studie, an der insgesamt zehn Diabetes-Zentren in Kanada, den USA, der Schweiz, Italien und Deutschland beteiligt sind, ist eine spezielle Behandlungsmethode (Immunsuppressionsprotokoll) im Zusammenhang mit Inselzelltransplantationen, die einer Arbeitsgruppe in Edmonton, Kanada, kürzlich gelungen ist und die zu einer größeren Rate der Insulinunabhängigkeit von Diabetikern nach einer Inselzelltransplantation führen soll. Die Ergebnisse der kanadischen Ärzte werden jetzt mit dieser Multicenter-Studie an insgesamt 40 Patientinnen und Patienten überprüft, bei denen unter bestimmten medizinischen Vorausset-zungen Inselzelltransplantationen durchgeführt werden. Die Studie startet im September die-ses Jahres. Langfristig ist das Hauptziel, eine bislang noch notwendige immunsuppressive Therapie im Zusammenhang mit Inselzelltransplantationen bei Diabetes mellitus (Typ-1) durch neue Behandlungsverfahren zu ersetzen, die eine Zerstörung der transplantierten Inseln verhindern und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen und Risiken aufweisen.

"Mit großer Freude" haben der Leiter des Inseltransplantationsprogramms, Prof. Dr. Reinhard Bretzel, und der Koordinator der Inseltransplantation in Gießen, Dr. Mathias Brendel, auf die Nachricht aus den USA reagiert, dass ihre Arbeitsgruppe in die Multicenter-Studie zur Inselzelltransplantation des NIH aufgenommen wurde. Seit Jahren schon arbeiten die Gießener Diabetologen eng mit den kanadischen Kollegen in Edmonton zusammen. 1992 wurde an der Medizinischen Klinik III und Poliklinik die erste Transplantation isolierter reiner Langer-hansscher Inseln bei einer Patientin mit insulinabhängigem Diabetes mellitus und nach einer bereits erfolgten Nierentransplantation durchgeführt. Seitdem wurde in Gießen bei insgesamt 62 Patientinnen und Patienten eine Inselzelltransplantation vorgenommen. Bei 80 % wurde eine anhaltende Transplantatfunktion erreicht, zehn Patientinnen und Patienten sind bislang Insulin-unabhängig.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Reinhard G. Bretzel und Dr. Mathias D. Brendel
Inseltransplantationsprogramm
Medizinische Klinik III und Poliklinik
Rodthohl 6, 35392 Gießen
Tel.: 0641/99-42840, Fax: 0641/99 42849
e-mail: reinhard.bretzel@innere.med.uni-giessen.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Christel Lauterbach |

Weitere Berichte zu: Diabetes Inselzelltransplantation NIH Poliklinik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte