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Brustkrebs hat keine virale Ursache

11.06.2007
Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der Frau. In einer Reihe von Veröffentlichungen haben verschiedene Arbeitsgruppen eine virale Ursache dieses Tumors nahegelegt. Insbesondere ist eine Rolle des Epstein-Barr Virus (EBV) diskutiert worden.

In von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Untersuchungen konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Gerald Niedobitek nun zeigen, dass eine EBV-Infektion in Tumorzellen des Brustkrebses nicht nachweisbar ist.

Das EBV ist ein Mitglied der Herpsvirusfamilie und Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Darüber hinaus spielt das Virus bei der Entstehung einiger menschlicher Tumoren eine Rolle, z.B. dem Hodgkin Lymphom und dem Karzinom des Nasenrachenraums. Eine Beteiligung bei der Entstehung des Brustkrebses wäre insofern interessant, als sich daraus neue Wege für eine immunologische Therapie und Prävention dieses Tumors ergeben könnten.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Niedobitek hat daher eine Serie von Gewebeproben von Mammakarzinomen auf Anhaltspunkte für eine EBV-Infektion untersucht. Unter Einsatz von molekularen und immunologischen Verfahren konnte gezeigt werden, dass das Virus in vereinzelten tumorinfiltrierenden weißen Blutzellen (Lymphozyten) nachweisbar ist, nicht jedoch in den bösartigen Tumorzellen.

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Weitere Untersuchungen wurden in Kooperation mit den Arbeitsgruppen von Frau Dr. E. Kremmer, GSF, München, und Prof. F. Grässer, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg, durchgeführt, um die Ursache der Diskrepanz zwischen diesen Befunden und den Ergebnissen anderer Arbeitsgruppen zu erklären. Es konnte gezeigt werden, dass ein in vorherigen Arbeiten häufig eingesetzter Antikörper zum Nachweis des EBV nicht nur mit dem Virus sondern auch mit einem zellulären Tumorantigen (MAGE4) kreuzreagiert. Hierdurch lassen sich falsch positive Befunde erklären. Zusammenfassend zeigen diese Untersuchungen, dass es gegenwärtig keine verlässlichen Anhaltspunkte für eine Beteiligung des EBV bei der Entstehung des Brustkrebses gibt.

Kontakt: Prof. Dr. med. Gerald Niedobitek, Erlangen
jetzt: Institut für Pathologie, Sana Klinikum Lichtenberg, Fanningerstraße 32, 10365 Berlin, e-maiL: g.niedobitek@sana-kl.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte dieses Forschungsprojekt mit über 240.000 €. Ebenfalls zu diesem Projekt wurde die IDW-Pressemitteilung "Virale Antigene für die Immuntherapie von Tumoren" veröffentlicht.

Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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