Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Führend in der Strahlentherapie

04.06.2007
NRW-weit erstes Tomotherapiegerät - Strahlentherapie auf höchstem Niveau

Die Modernisierung der Uni-Klinik für Strahlentherapie ist abgeschlossen: Das NRW-weit erste Tomotherapiegerät, ein Therapiesimulator und zwei neue Hochleistungsbeschleuniger nehmen jetzt dort ihren Betrieb auf. "Mit den neuen Strukturen können wir unsere Patienten auch künftig extrem effektiv und gleichzeitig schonend behandeln", erläutert der Kaufmännische Direktor des Universitätsklinikums Essen Reinhold Keil bei der Einweihung. Die Baukosten für die Modernisierung betrugen rund vier, die Gerätekosten insgesamt sieben Mio. €. Land und Bund übernahmen je die Hälfte der Finanzierung.

Neue Chancen eröffnen sich zudem für die Patienten der Klinik durch die "intensitätsmodulierte" und die "bildgeführte" Strahlentherapie. Hierbei kann der Tumor genauer bestrahlt werden. "Bei der Strahlenbehandlung muss Gewebe, das den Tumor umgibt, bestmöglich geschont werden", erklärt der Direktor der Klinik für Strahlentherapie Prof. Dr. Martin Stuschke die Problematik der Strahlentherapie. Erschwerend kommt häufig hinzu, dass zwischen Tumor und den angrenzenden empfindlichen Organen wie beispielsweise dem Rückenmark, Gehirn oder den Augen nur wenige Millimeter liegen.

Bildgeführte Strahlentherapie: Den Tumor präzise treffen

Mit Hilfe bildgebender Komponenten können die Mediziner jetzt den Tumor unmittelbar vor und während der Strahlentherapie verfolgen und damit jeden Patienten noch präziser bestrahlen. "Direkt vor der Bestrahlung können wir jetzt auf dem Behandlungstisch ein Computertomogramm des Patienten anfertigen, das uns millimetergenau die Lage des Tumors zeigt", erklärt Oberarzt Dr. Christoph Pöttgen. Bei der Qualitätssicherung unterstützt die Essener Mediziner dann ein neuer digitaler Therapiesimulator. Dieser erfasst das von den Strahlenfeldern erfasste Körpervolumen dreidimensional, durchleuchtet und überprüft es.

Bei der Behandlung selbst wird der Tumor aus verschiedenen Richtungen ins Kreuzfeuer genommen, jedes Mal werden Form und Intensität der Strahlung optimal angepasst. Das neuartige Tomotherapiegerät der Strahlenklinik enthält einen Linearbeschleuniger, der während der Therapie zwei- bis viermal pro Minute um den Patienten rotiert. "So kann sehr effektiv aus vielen Einstrahlrichtungen und auf kleinste Zielvolumina - unter einem Zentimeter - bestrahlt werden", erklärt Dr. Sabine Levegrün, Leiterin der klinischen Strahlenphysik und ergänzt: "Große Zielvolumina können bis zu einer Länge von 160 Zentimetern bestrahlt werden, was bei ausgedehnten Tumoren, beispielsweise dem Speiseröhrenkrebs neue Erfolge verspricht".

Hintergrund:
Die Strahlentherapie ist eine sehr effektive Behandlung bei Krebs. Sie soll möglichst alle Tumorzellen zerstören. Dies setzt allerdings eine hohe Strahlendosis voraus. Gleichzeitig soll während der Behandlung das umgebende, gesunde Gewebe möglichst wenig belastet werden. Die "intensitätsmodulierte" und die "bildgeführte" Strahlentherapie bedeutet einen großen Schritt auf diesem Weg.

Schwerpunkte der Essener Uni-Klinik liegen in der dosisgesteigerten Strahlentherapie und in der intensivierten Strahlenchemotherapie bei Kopf-Halstumoren, Oberbauch- sowie Lungentumoren. Hinzu kommt die Knochenmarkbestrahlung vor Transplantationen, die Bestrahlung von Sarkomen, Hirn- und Augentumoren. Speziell die intensitätsmodulierte Strahlentherapie setzt die Klinik jetzt bei einigen weiteren Tumortypen ein - darunter auch rückenmarknahe Tumoren an der Wirbelsäule.

Nähere Informationen:
Prof. Martin Stuschke: Direktor der Klinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Essen, Tel: 02 01 / 7 23 - 23 20, martin.stuschke@uk-essen.de;

Dr. Christoph Pöttgen, Oberarzt der Klinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Essen, Tel.: 02 01 / 7 23 - 20 96, christoph.poettgen@uk-essen.de.

Kristina Gronwald | idw
Weitere Informationen:
http://universitaetsklinikum-essen.de

Weitere Berichte zu: Bestrahlung Strahlentherapie Tomotherapiegerät

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie