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Die Ursachen von Vorhofflimmern besser verstehen

01.06.2007
Eine internationale Gruppe führender Vorhofflimmer-Wissenschaftler hat sich in einem "Transatlantic Network of Excellence" zusammengeschlossen, um die Mechanismen dieser weit verbreiteten Herzrhythmusstörung zu erforschen.

Die Fondation Leducq fördert das Grundlagenforschungsprojekt während der nächsten fünf Jahre mit sechs Millionen US-Dollar. Die deutschen Mitglieder des Netzwerkes stammen aus dem Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET).

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung, insbesondere bei älteren Menschen. Allein in Deutschland leben rund eine Million Vorhofflimmerpatienten, weltweit liegt die Zahl der Betroffenen in zweistelliger Millionenhöhe. Während in den letzten Jahren vielversprechende Behandlungsmethoden wie zum Beispiel die Katheterablation weiterentwickelt wurden, sind die Ursachen der Rhythmusstörung immer noch weitgehend unverstanden. Die Wissenschaftler des neu gegründeten transatlantischen Netzwerkes wollen den Mechanismen, die zu Vorhofflimmern führen, auf den Grund gehen. Ihre Untersuchungen auf genetischer, molekularbiologischer und zellulärer Ebene konzentrieren sich dabei besonders auf den Calcium-Stoffwechsel, der für den Herzrhythmus eine zentrale Rolle spielt.

Die "Leducq European-North American Atrial Fibrillation Research Alliance" ist eines von weltweit vier, im Rahmen des "Transatlantic Networks of Excellence Program" 2006/2007 bewilligten Verbundprojekte, wie Ende Mai 2007 bekanntgegeben wurde. Die Förderung erstreckt sich über fünf Jahre und beträgt sechs Millionen US-Dollar. Geldgeber ist die Fondation Leducq, eine 1996 in Paris gegründete französische Stiftung, die internationale Forschungskooperationen zwischen Europa und Nordamerika zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützt.

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Die deutschen Netzwerkpartner, die einen wesentlichen Teil des Konsortiums ausmachen, arbeiten bereits seit 2003 im deutschen Kompetenznetzes Vorhofflimmern zusammen. "Die bestehenden Netzwerkstrukturen bilden eine ideale Basis für die Kooperation im Leducq-Projekt und haben sicherlich auch Pluspunkte bei der Bewilligung des Vorhabens gebracht", so Prof. Dr. Ursula Ravens, Dresden, Leiterin der Grundlagenforschung im Kompetenznetz Vorhofflimmern und Mitglied des transatlantischen Netzwerkes. Die Aufgabe des europäischen Koordinators wird Privatdozent Dr. Dobromir Dobrev, Dresden, übernehmen. Weitere deutsche Mitglieder sind Privatdozent Dr. Stefan Kääb, München, und Privatdozent Dr. Paulus Kirchhof, Münster. Die übrigen Netzwerkpartner kommen aus den Niederlanden (Prof. Dr. Maurits Allessie, Maastricht, und Privatdozent Dr. Dr. Ulrich Schotten, Maastricht), aus Frankreich (Dr. Sophie Demolombe, Nantes), aus Kanada (Prof. Dr. Stanley Nattel, Montreal, und Prof. Dr. Ramon Brugada, Montreal) und aus den USA (Prof. Dr. W. Jonathan Lederer, Baltimore, und Prof. Dr. David R. Van Wagoner, Cleveland). Professor Nattel wird das nordamerikanische Team koordinieren.

Im Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) arbeiten Wissenschaftler und Ärzte deutschlandweit zusammen mit dem Ziel, die Behandlung und Versorgung von Vorhofflimmerpatienten zu verbessern. Das AFNET führt rund 20 wissenschaftliche Projekte durch, die sowohl Grundlagenforschung als auch klinische und epidemiologische Studien beinhalten. Das im Jahr 2003 gegründete interdisziplinäre Netzwerk wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Die Zentrale befindet sich am Universitätsklinikum Münster.

Kontakt:

PD Dr. Dobromir Dobrev
Institut für Pharmakologie und Toxikologie
TU Dresden
Tel: 0351-4586279
E-Mail: dobrev@rcs.urz.tu-dresden.de
Pressekontakt:
Dr. Angelika Leute
Kompetenznetz Vorhofflimmern
Tel: 0251-83-57113
E-Mail: angelika.leute@ukmuenster.de

Dr. Angelika Leute | idw
Weitere Informationen:
http://www.fondationleducq.org/
http://www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de

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