Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hyperthermie als vierte Säule der Krebsbehandlung

23.05.2007
Über neue Ergebnisse in der Krebsforschung geht es auf der Pressekonferenz der ESHO Tagung am 14. Juni in Prag: Amerikanische Forscher haben bewiesen, dass durch den zusätzlichen Einsatz von Hyperthermie Patientinnen mit wiederkehrendem Brustkrebs mehr als doppelt so erfolgreich behandelt werden können. Außerdem wird eine neue internationale Studie des Universitätsklinikums München zur Hyperthermie bei Weichteilsarkomen vorgestellt.

Im Rahmen der Tagung der European Society for Hyperthermic Oncology (ESHO), die vom 13. bis 16. Juni 2007 in der tschechischen Hauptstadt stattfindet, wird unter anderen Dr. Ellen Jones von der Duke University in North Carolina ihre neue Studie vorstellen. Sie untersuchte 109 Patientinnen mit wiederkehrendem Brustkrebs, die zusätzlich zur Strahlentherapie eine Hyperthermiebehandlung erhalten hatten und verglich sie mit Patientinnen, die nur bestrahlt wurden. In der Hyperthermiegruppe verschwand der Tumor bei 68 %, in der Vergleichsgruppe bei nur 24 %.

Auch Prof. Dr. Rolf Issels vom Münchner Universitätsklinikum Großhadern wird über die Ergebnisse seiner Sarkom-Studie sprechen, die er soeben nach achtjähriger Laufzeit abgeschlossen hat. An der randomisierten Phase III Studie nahmen 340 Patienten mit Hochrisiko-Weichteilsarkomen aus europäischen und amerikanischen Zentren teil. Eine Gruppe wurde mit einer Kombination aus Chemotherapie und regionaler Tiefenhyperthermie behandelt, die andere nur mit Chemotherapie. Ziel der Untersuchung war es, die Therapieergebnisse der beiden Gruppen zu vergleichen.

Weichgewebesarkome sind äußerst bösartige Tumoren im Muskel-, lymphatischen- oder Fettgewebe, die unterhalb des Beckens oder in den oberen Extremitäten auftreten und an denen bisher über die Hälfte der Patienten sterben. Die medizinische Fachwelt hat die Studie daher mit großem Interesse verfolgt und wartet nun gespannt auf die Bekanntgabe der Ergebnisse.

Was ist Hyperthermie?

Hyperthermie ist eine ergänzende Behandlungsmethode bei Krebserkrankungen, die den Erfolg der klassischen Therapien deutlich steigern kann. Dabei wird der Tumor mithilfe gezielter elektromagnetischer Energie auf 42,5 Grad erhitzt. Die hohen Temperaturen begünstigen eine verstärkte Durchblutung des Tumors und erzielen damit eine signifikant verbesserte Wirkung von Strahlen- und Chemotherapien.

Prof. Dr. Michael Bamberg, Ärztlicher Direktor des Unversitätsklinikums Tübingen und Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. sagt: "Richtig angewendet, kann man die Hyperthermie neben der Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie als vierte Säule der Krebsbehandlung betrachten. Gerade bei fortgeschrittenen Tumoren können wir mit der Hyperthermie in Kombination mit den anderen Verfahren erstaunliche Erfolge erzielen: Das Spektrum reicht von der signifikanten Verbesserung der Lebensqualität und der Lebensverlängerung bis hin zur vollständigen Heilung bei manchen Tumorarten."

Einmal jährlich treffen sich Onkologen und Strahlentherapeuten auf der ESHO-Konferenz, bei der über die neuesten Studien und Erfahrungen zur Hyperthermie berichtet wird. Dieses Jahr findet die Tagung in einem besonders attraktiven Ambiente statt: In der historischen Bethlehem-Kapelle mitten in der Altstadt von Prag.

Journalisten sind zur Pressekonferenz der ESHO am Donnerstag, den 14. Juni, um 17.30 Uhr und zum anschließenden Abendessen herzlich eingeladen.

Interessierte wenden sich bitte an:

Dr. Erentraud Hömberg
Büro für Medizinpublizistik
und Klinik-Kommunikation
Tel.: 089/81 17 97 67
Fax: 089/81 17 97 69
Mobil: 0170/ 58 36 498
E-Mail: hoemberg@klinik-kommunikation.de

Dr. Erentraud Hömberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.esho.info/esho2007/index.html
http://www.hyperthermie.org

Weitere Berichte zu: Chemotherapie ESHO Hyperthermie Krebsbehandlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten