Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strahlendosis auf Flügen besser einschätzen - GSF-Wissenschaftler starten Forschungsreise nach Spitzbergen

23.05.2007
Eruptionen auf der Sonne, auch Sonnenflares genannt, setzen Energie ins Weltall frei. Dabei kann sich die Intensität der kosmischen Strahlung auf der Erde kurzfristig stark erhöhen.

Wie oft Sonnenflares auftreten und was dann in der Atmosphäre passiert, wird das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (Helmholtz-Gemeinschaft) in Zukunft genau erforschen. Dafür bauen zwei Wissenschaftler des GSF-Instituts für Strahlenschutz auf der Koldewey-Station in Spitzbergen, Norwegen, ein Messsystem auf. Ziel des Projektes ist es, die kosmische Strahlung auf Flügen künftig noch besser berechnen zu können. Die Wissenschaftler werden in einem Online-Tagebuch über ihre Reise berichten.

Flugpassagiere und Flugpersonal sind ständig kosmischer Strahlung ausgesetzt. Die Sonneneruptionen, die durch elektromagnetische Vorgänge auf der Sonne entstehen, setzen kurzfristig große Energiemengen frei. Eine einzige Eruption könnte die Intensität der kosmischen Strahlung so stark erhöhen, dass bei einem Flug die Dosis von 1 Millisievert überschritten werden kann. In Deutschland muss die Strahlendosis von Flugpersonal bestimmt werden, wenn zu erwarten ist, dass sie im Jahr diesen Wert erreicht. "Über den Einfluss der Sonneneruptionen auf die Strahlendosis ist bisher zu wenig bekannt", sagt Dr. Werner Rühm vom GSF-Institut für Strahlenschutz. "Diese Lücke wollen wir mit neuen Messungen schließen."

Die Strahlung nach den Sonnenflares ist in der Nähe der geomagnetischen Pole deutlich höher als beispielsweise in der Nähe des Äquators. Deshalb eignet sich die Koldewey-Station des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Spitzbergen besonders für Messungen der kosmischen Strahlung. Das Messsystem, das die GSF-Wissenschaftler dort aufbauen, ergänzt ein ähnliches System, das bereits seit längerem auf der Zugspitze im Einsatz ist. Die Wissenschaftler werden die Messdaten später in das Rechenprogramm EPCARD (European Programm Package for the Calculation of Aviation Route Dose) einfließen lassen. Das GSF-Forschungszentrum hat das Programm entwickelt. Viele Fluggesellschaften setzen EPCARD heute ein, um die Strahlendosis des Flugpersonals wie vom Gesetz verlangt zu ermitteln.

Die GSF-Wissenschaftler Dr. Werner Rühm und Erwin Weitzenegger starten am 24. Mai nach Spitzbergen. Sie werden im Blauen Haus der Koldewey-Station das Messsystem installieren und voraussichtlich bis zum 31. Mai auf der Forschungsstation bleiben.

Auf der Internetseite http://www.gsf.de/Spitzbergen werden die Wissenschaftler online über das Projekt und das auf der Forschungsstation Erlebte berichten. Auf dieser Internetseite stehen auch ein Audio-Podcast über die Forschungsarbeiten und Originaltöne der Wissenschaftler zum Download für Hörfunkjournalisten bereit. Das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit will mit diesem Angebot Forschung greifbar machen und wendet sich damit an Journalisten sowie an alle, die an Wissenschaftsthemen interessiert sind.

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de/Spitzbergen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Raumschrott im Fokus

22.05.2018 | Physik Astronomie

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics