Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wichtiger Faktor für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit entdeckt

23.05.2007
Ein Molekül mit wichtigen Funktionen für die normale Hirnentwicklung ist auch an der Entstehung der Alzheimer-Krankheit beteiligt. Dies haben Wissenschaftler der Universität Basel und des Howard Hughes Medical Institute (USA) herausgefunden. Die Ergebnisse ihrer Studie erscheinen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS).

Die Erforschung der Ursachen der Alzheimer-Krankheit, der häufigsten Demenzerkrankung im höheren Alter, ist eine Voraussetzung für die Entwicklung von dringend benötigten Therapien. Prof. Andreas Papassotiropoulos von der Universität Basel untersucht das menschliche Genom, um Moleküle aufzuspüren, die an der Entstehung dieser Krankheit beteiligt sind.

Nun haben Papassotiropoulos und Kollegen vom Howard Hughes Medical Institute in einer gross angelegten genetischen Studie in der Schweiz, Grossbritannien und den USA ein Molekül identifiziert, das die Bildung von Amyloid-Plaques steuern könnte. Amyloid-Plaques sind dichte Eiweissklumpen, die sich im Gehirn von Alzheimer-Patienten ansammeln. LRP6, so der Name des Moleküls, wurde bisher bei Modellorganismen untersucht, wo es für die normale Entwicklung des Nervensystems zuständig ist.

"Wir konnten zeigen, dass LRP6 ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Alzheimer-Demenz ist. Es ist möglich, dass dieses sonst für die normale Hirnentwicklung so wichtige Molekül auch am Stoffwechsel der Amyloid-Plaques beteiligt ist und dadurch ins Krankheitsgeschehen eingreift. Diese Erkenntnis wurde durch den Einsatz von genetischen Untersuchungsmethoden bei Patienten aus der Schweiz, Grossbritannien und den USA gewonnen und weiter im Labor an Zellkulturen vertieft. Solche Studien verdeutlichen, wie unerlässlich die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Klinikern, Humangenetikern und Molekularbiologen ist, um Krankheitsmechanismen zu verstehen", sagt Prof. Papassotiropoulos.

... mehr zu:
»Alzheimer »Molekül »PNAS »Therapien

Die Forscher hoffen, dass die Entdeckung neuer genetischer Mechanismen das Verständnis über die Entstehung der Alzheimer-Krankheit substanziell verbessern und dadurch den Weg für neue Therapien ebnen wird.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Andreas Papassotiropoulos, Abteilung für Molekulare Psychologie; Life Sciences Training Facility, Biozentrum der Universität Basel, Tel. 061 267 20 02, E-Mail: andreas.papas@unibas.ch

Originalbeitrag

Giancarlo V. De Ferrari*, Andreas Papassotiropoulos*, Travis Biechele*, Fabienne Wavrant De-Vrieze, Miguel E. Avila, Michael B. Major, Amanda Myers, Katia Sáez, Juan P. Henríquez, Alice Zhao, M. Axel Wollmer, Roger M. Nitsch, Christoph Hock, Chris M. Morris, John Hardy, and Randall T. Moon
Common genetic variation within the Low-Density Lipoprotein Receptor-Related Protein 6 and late-onset Alzheimer's disease
* These authors contributed equally
Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) published online May 21, 2007, doi:10.1073/pnas.0603523104

MA Reto Caluori | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

Weitere Berichte zu: Alzheimer Molekül PNAS Therapien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften