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Krebspatienten müssen mitbestimmen

13.03.2002


Deutsche Krebshilfe politisches Sprachrohr für Betroffene

Berlin (ct) - "Dort, wo der Patient im Mittelpunkt des Interesses steht, darf auch der Patient selbst nicht fehlen", sagte Frau Professor Dr.-Ing. habil. Dagmar Schipanski beim 25. Deutschen Krebskongress in Berlin. Die Deutsche Krebshilfe begrüße es daher sehr, dass bei diesem wissenschaftlichen Fachkongress ein Dialog mit der Gesellschaft initiiert werden soll. Die Organisation pflegt selbst seit vielen Jahren den Austausch zwischen medizinischen Fachleuten und Patientenvertretern beziehungsweise Selbsthilfegruppen: Bereits seit 25 Jahren unterstützt sie die Arbeit der Krebs-Selbsthilfe in Deutschland. Darüber hinaus setzt sie sich dafür ein, dass Betroffene aktiv bei der Entwicklung medizinischer Leitlinien eingebunden werden.

Krebs-Selbsthilfegruppen sind häufig die erste wichtige Anlaufstelle für Krebspatienten nach der Akutbehandlung. Ihre Mitglieder können auf die speziellen praktischen und emotionalen Bedürfnisse von Krebskranken eingehen; das Gespräch unter Gleichbetroffenen nimmt Ängste und spendet Trost. Aber auch Ärzte profitieren von der engen Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen. "Hier erhält man die Garantie dafür, dass Bedarf und Lebensqualität nicht am Patienten vorbei definiert werden. Hier werden Bedürfnisse artikuliert und Forderungen gebündelt", sagte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Es sei an der Zeit, die "erlebte Kompetenz" der Selbsthilfegruppen noch stärker mit der "erlernten Kompetenz" der Ärzte zu verquicken.

Die Deutsche Krebshilfe hat sich daher maßgeblich dafür eingesetzt, dass Patientenvertreter bei der Entwicklung von medizinischen Leitlinien als stimmberechtigte Diskussions- und Abstimmungsteilnehmer eingebunden werden. Ein Beispiel dafür ist die Konsensus-Konferenz der "Konzertierten Aktion zur Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland", die Ende Februar zwei Tage in Bonn stattfand und an der auch Patientinnen aktiv beteiligt waren.

Um dem Wunsch der Krebs-Selbsthilfegruppen nachzukommen, enger an die Deutsche Krebshilfe gebunden zu werden, hat die Organisation kürzlich ein eigenes Steuerungsgremium eingerichtet. Dieses Gremium sichert künftig den direkten Dialog zwischen den Patientenvertretern und den Beratungsgremien der Deutschen Krebshilfe. Es ist Ansprechpartner für die geförderten Selbsthilfe-Organisationen, berät diese in grundlegenden Fragen und agiert als politisches Sprachrohr der Selbsthilfe. "Dadurch soll der Krebs-Selbsthilfe zu noch mehr Akzeptanz und höherem Stellenwert verholfen werden", sagte Frau Professor Schipanski. Obwohl die Deutsche Krebshilfe in der Regel keine Dauerförderungen vornähme, werde sie die immer zahlreicher werdenden Krebs-Selbsthilfeverbände auch in Zukunft finanziell unterstützen.

Infokasten: Die Deutsche Krebshilfe und die Krebs-Selbsthilfe

 

Die Deutsche Krebshilfe hat bereits Mitte der 70-er Jahre den hohen Stellenwert der Krebs-Selbsthilfegruppen erkannt und ihre Arbeit von Beginn an finanziell und ideell unterstützt. Allein für den Bundesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs stellte sie über 12 Millionen Euro bereit. Zu den von ihr geförderten Krebs-Selbsthilfe-Organisationen gehören außerdem die Deutsche Ileostomie-, Colostomie-, Urostomie-Vereinigung, kurz Deutsche ILCO, der Bundesverband der Kehlkopflosen, der Arbeitskreis der Pankreatektomierten (Menschen ohne Bauchspeicheldrüse), die Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe, die Bundesarbeitsgemeinschaft Prostatakrebs Selbsthilfe, der Bundesverband der Prostata Selbsthilfe, die Selbsthilfegruppen der Bayerischen Krebsgesellschaft sowie seit kurzem auch die Deutsche Hirntumorhilfe. Insgesamt unterstützte die Deutsche Krebshilfe die Krebs-Selbsthilfe mit bisher insgesamt 19 Millionen Euro.

Dr. med. Eva M. Kalbheim | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de/

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