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WHO kämpft gegen Gelbfieber

18.05.2007
58 Mio. Dollar gegen die hoch ansteckende Erkrankung in 12 afrikanischen Ländern

Beim Kampf gegen eine der gefährlichsten Tropenkrankheiten, das Gelbfieber, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO, heute, Mittwoch, einen Erfolg feiern können: Die Yellow-Fever-Initiative erhält insgesamt 58 Mio. Dollar von der GAVI-Allianz. Damit sollen in den kommenden vier Jahren Menschen in zwölf westafrikanischen Ländern gegen die hoch ansteckende Erkrankung geimpft werden.

Zwischen 1940 und 1960 konnte durch gezielte Massen-Impfaktionen die Krankheit fast vollständig ausgerottet werden. Durch das Wegfallen dieser Impfaktionen ist Gelbfieber erneut zu einer gefährlichen und weit verbreiteten Erkrankung geworden. Seit den 1990er Jahren sind jährlich etwa 200.000 Menschen an Gelbfieber erkrankt. Jährlich sterben rund 30.000 daran. In den urbanen Regionen der westafrikanischen Länder Benin, Burkina Faso, Kamerun, Cote d'Ivoire, Ghana, Guinea, Liberia, Mali, Nigeria, Senegal, Sierra Leone und Togo ist es immer wieder zu Ausbrüchen der Krankheit gekommen.

Nach Angaben der WHO-Experten könnte sich Gelbfieber vor allem in großen Siedlungsgebieten schnell ausbreiten. Die Großstädte wie etwa Lagos könnten rasch zu einem Epidemiegebiet werden - und Hochrechnungen hätten gezeigt, dass bis zu einem Drittel der Einwohner, das sind mehr als 4,5 Mio. Menschen, davon betroffen sein könnten. Mit den 58 Mio. Dollar können mehr als 48 Mio. Menschen geimpft werden.

"Gelbfieber ist eine sehr gefährliche Erkrankung", meint der Experte für Tropenmedizin, Herwig Kollaritsch vom Zentrum für Reisemedizin in Wien, im pressetext-Interview. Die Gebiete, in denen Gelbfieber endemisch ist, sind sehr groß. Sie umfassen Afrika südlich der Sahara bis nördlich von Namibia, sowie das zentrale Südamerika mit dem Amazonas-Gebiet. Es gibt bei Gelbfieber richtige Epidemiezonen, so genannte Hotspots. "Für Touristen ist Gelbfieber kein Nummer-Eins-Problem, allerdings muss man dazu sagen, dass alle Erkrankungen von Reisenden tödlich verlaufen sind", so Kollaritsch. "Bei Reisen in betroffene Gebiete wird daher dringend eine Impfung empfohlen." Der Impfschutz setze schon nach zehn Tagen ein und halte mindestens zehn Jahre - man geht sogar davon aus, dass es bis zu 20 Jahre sein können - an. "Die Gelbfieber-Impfung ist eine der sichersten Impfungen überhaupt, dennoch können in Einzelfällen auch schwere Nebenwirkungen auftreten", erklärt der Mediziner.

Das Gelbfieber-Virus wird durch Stechmücken der Gattung Aedes übertragen. "Infektionsquellen sind infizierte Affenpopulationen, in denen das Virus ständig zirkuliert, in Südamerika sind auch Beuteltiere und Nager das Erregerreservoir", so Kollaritsch. Es komme aber auch immer wieder vor, dass auch der Mensch als Erregerreservoir diene. Das Virus zirkuliert in Affenpopulationen im tropischen Dschungel, kann jedoch durch Stechmücken auf empfängliche Individuen in den Dschungelrandgebieten übertragen werden. "Die Menschen sind bis zu einem gewissen Grad selbst daran schuld, dass sich die Erkrankung derart ausgebreitet hat, da der natürliche Lebensraum der Affen stark eingeschränkt wurde."

"Im Stadium der Virusverbreitung im menschlichen Organismus kann das Virus von Stechmücken aufgenommen und somit weiter übertragen werden. Das bedeutet, dass eine Erkrankung, die ursprünglich auf das Hinterland beschränkt war, durchaus in städtische Gebiete verschleppt werden kann", erklärt der Experte. Um eine Ausbreitung zu vermeiden, verlangen zahlreiche Länder von Reisenden den Nachweis einer Gelbfieber-Impfung.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int
http://www.gavialliance.org
http://www.reisemed.at

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